Die Buslinie 109 wird am Samstag nicht durch die Tiroler Straße fahren. Foto: eh

Die Buslinie 109 wird nicht auch noch an Samstagen zwischen dem Obertürkheimer Bahnhof und dem Esslinger Stadtteil Sulzgries verkehren. Ein entsprechender Antrag fand im Bezirksbeirat keine Mehrheit.

Obertürkheim - Die Buslinie 109 wird nicht auch noch an Samstagen zwischen dem Obertürkheimer Bahnhof und dem Esslinger Stadtteil Sulzgries verkehren. Ein entsprechender gemeinsamer Antrag von SPD, Grüne und der aus Linke, SÖS, Piraten- und Tierschutzpartei bestehenden FrAktion wurde in der Sitzung des Bezirksbeirates Obertürkheim mit fünf Nein- zu vier Ja-Stimmen abgelehnt. CDU, Freie Wähler und FDP blockten das in der Bürgerschaft umstrittene Vorhaben ab.

Zuvor hatte Michael Jantzer (SPD) für die Idee geworben: Mit dem 109er, der ausschließlich als Kleinbus im 30-Minuten-Takt fahren sollte, könnten die Uhlbacher ihre Wochenendeinkäufe in Obertürkheim oder Rüdern erledigen, und dass zum attraktiven Kurzstreckentarif. Dadurch könnten Autofahren vermindert werden, so die Hoffnung von Monika Geiger (Grüne). Christoph Hofrichter (Linke) fügte hinzu, dass der Bezirksbeirat schon vor einigen Jahren eine Kleinbuslinie nach Rüdern angeregt hatte. „Das hatte die SSB aber aus Kostengründen abgelehnt.“

Nur als Interim angelegt

Seit 30. März bedient der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) die Linie. Die Stadt Esslingen hatte Stuttgart um diese Form der „Nachbarschaftshilfe“ während der Kanalbauarbeiten in der Geiselbachstraße gebeten. Der „grenzüberschreitende“ Verkehr war bis dahin durch die Sperrung der Tiroler Straße unterbunden. Matthias Föll (CDU) erinnerte daran, dass die Buslinie einzig und allein „aus einer Notlage Esslingens heraus“ entstanden und nur als Interim während der Bauzeit angelegt sei – „nicht länger.“ Auch Walter Zinser (FDP) möchte nicht, dass die Buslinie auf Dauer, also über den Fertigstellungstermin im Sommer 2021 hinaus, eingerichtet wird. Die Ausweitung des Fahrplans auf den Samstag, so begründeten beide ihre Ablehnung, könnte dafür der Türöffner sein. Vor der Entscheidung über eine mögliche Fortführung des Busverkehrs „sollten wir eine Grundsatzdiskussion mit den Uhlbacher Bürgern führen“, so Zinser. Die Freien Wähler sehen sich nach Worten von Peter Aichinger „derzeit nicht in der Lage, den Bedarf für die Fahrplanausweitung qualifiziert einschätzen zu können“. Dafür würden belastbare Zahlen über das bisherige Fahrgastaufkommen fehlen. Augenscheinlich ist die werktags zwischen 6 und 20 Uhr verkehrende Buslinie nicht ausgelastet. Mangels Nachfrage setzt der SVE derzeit nur Kleinbusse ein.

Die Kritiker des 109er äußerten zudem Bedenken, ob der ortsansässige Einzelhandel, insbesondere der Cap-Markt in Obertürkheim, tatsächlich von samstäglichen Einkaufsfahrten der Uhlbacher profitieren werde oder ob diese eher nach Esslingen fahren würden. Elisabeth Remppis (Grüne) teilte diese Befürchtungen nicht: „In Sulzgries gibt es nur einen Metzger.“ Für die Rüdener wiederum sei es durchaus attraktiv, nach Obertürkheim zum Einkaufen oder Einkehren zu fahren. Letztendlich aber wurden die Antragsteller überstimmt.

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