Melanie Kirschbaum und Rolf Müller an der Bücher-Zelle. Foto: Kirschbaum (z)

Ab sofort gibt es in Mühlhausen eine Bücherzelle mit Literatur zum Tauschen und Mitnehmen, initiiert von Melanie Kirschbaum in der Schirmerstraße 44.

Mühlhausen - In Zeiten von Corona, in denen Kontakte vermieden werden sollen und Veranstaltungen in der Hauptsache digital ablaufen, erfreuen sich Bücher großer Beliebtheit. Lesen ist bedeutsam. So gehörten auch Buchläden mit zu den ersten, die wieder öffnen durften. Im Stadtteil Mühlhausen gibt es seit kurzem eine kostenlose Möglichkeit, sich Lesestoff zu besorgen und selber welchen abzugeben – in der ersten Bücher-Tausch-Zelle.

Bücher nehmen, geben, tauschen, teilen, ergänzen oder lesen – diese Möglichkeit gibt es seit kurzem in der Schirmerstaße 44 in Mühlhausen. Diese Idee hatte Melanie Kirschbaum schon 2019. Sie wusste, dass dafür in Mühlhausen großer Bedarf besteht und sie wollte idealerweise eine solche Zelle in Zentrum haben. „Da es aber keinen geeigneten Platz gab, sich die Neugestaltung der Ortsmitte noch mindestens zwei Jahre hinziehen wird und ich so lange nicht warten wollte, habe ich umdisponiert“, berichtet sie.

Über eine Verkaufsplattform im Internet hat sie eine alte Telefonzelle ersteigert und zusammen mit ihrem Vater Rolf Müller die „total marode Kiste“ mit großem Aufwand in eine schmucke gelb-rote Zelle verwandelt, die ab sofort Bücher und damit viel Lesestoff bereithält.

Am Ostersamstag war es dann soweit, da wurde die Bücherzelle mit schwerem Gerät auf privatem Grund aufgestellt, und bereits am Ostermontag war sie durch interessierte Nachbarn und Freunde voll bestückt, berichten die Initiatoren. Jetzt wurde noch der letzte Feinschliff an der frisch überholten Zelle getätigt und die Beschriftung angebracht. Erste Erfolge kann Kirschbaum schon aufweisen. „Die Bücher-Tausch-Zelle wird gut angenommen und ich erhalte ganz viele Dankeschöns“ sagt Initiatorin Kirschbaum. „Es gibt sogar Mütter mit Kindern und Begeisterte, die fast täglich kommen. Es freut mich dass, sich der ganze Aufwand gelohnt hat“, sagt sie. Finanziert hat sie diese Bücher-Tausch-Zelle übrigens selbst und eine kleine Einweihung wird es wohl auch geben – aber erst, wenn die Corona-Zeit vorbei ist, so KIrschbaum. Doch ab sofort ist diese kleine Kulturtauschbörse geöffnet und darf von großen und kleinen Leseratten eifrig benutzt werden. Dies ist im Übrigen die zweite Bücher-Zelle im Stadtbezirk, die andere steht seit ein paar Jahren am Kelterplatz in Hofen und wurde dort von ISI Hofen initiiert.

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