Kugelstoßer Lasse Schulz vom TV Plieningen war nicht zu stoppen. Foto: Ralf Görlitz

Der Plieninger Kugelstoßer übertrifft bei den Süddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften die Marke des Ex-Zehnkampf-Weltmeisters Niklas Kaul um über zwei Meter und gewinnt.

„Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man in ein- und demselben Wettkampf den Ex-Zehnkampf-Weltmeister von 2019 zum Gegner hat. Und klar war für mich, dass ich mir nichts einbilden darf, wenn ich dann auch noch gewinne“, sagte Lasse Schulz, als bei den süddeutschen Titelkämpfen sein Sieg im Kugelstoß-Finale mit 18,19 Metern feststand. Denn sein Mitstreiter war kein Geringerer als der ehemalige „König der Athleten“ Niklas Kaul (USC Mainz), der bei den süddeutschen Titelkämpfen in Frankfurt am Main seine Form in der einen Disziplin Kugelstoßen einfach mal überprüfen wollte.

Eine Disziplin, in der der 21-Jährige vom TV Plieningen schon längere Zeit ein Ass ist und im Jahr 2023 die Gold-Medaille bei den U-20-Europameisterschaften in Jerusalem geholt hatte. Kaul begnügte sich mit dem fünften Rang (14,94 Meter) und zeigte sich ebenso zufrieden wie der Drittplatzierte Jannick Krewenka (VfB Stuttgart,15,97 Meter). „Eigentlich hatte ich gehofft, wieder näher an meine Bestleistung von 19,09 Meter heranzukommen. Vielleicht klappt es dann in zwei Wochen bei den deutschen Meisterschaften in Dortmund“,resümierte Lasse Schulz.

Goldmedaille Nummer zwei angelte sich die Hochspringerin Jara Ellinger. Eine Woche zuvor bei den Landesmeisterschaften in Sindelfingen wollte es für die VfB-Athletin nicht so recht funktionieren: Titel ja, aber ihre Siegeshöhe von 1,78 Metern war überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Jetzt legte sie in Frankfurt nach und wurde süddeutsche Meisterin mit der Saisonbestleistung von 1,83 Metern und kam damit nahe an ihren Freiluft-Rekord von 1,85 Metern heran.

Nicht ganz so in guter Form wie bei den genannten Landes-Titelkämpfen in Karlsruhe war das Stabhochsprung-Talent Jonathan Hummel von der LG Leinfelden-Echterdingen. Die übersprungenen 4,85 Meter reichten dem 16-jährigen Oberstufen-Schüler des beruflichen Gymnasiums in Sindelfingen, wo einst auch der frischgebackene Zehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer sein Abitur „baute“, zum überlegenen Sieg in der Klasse U18.

Indes sorgte in dieser Klasse der erst 16-jährige Julius Feuerfeil (Sportvg Feuerbach) für eine große Überraschung. War er vor sieben Tagen bei den baden-württembergischen Meisterschaften über 3000 Meter in 8:51,71 Minuten schon die Nummer eins und 2025 Schnellster seines Jahrgangs 2009 in Deutschland im 10-Kilometer-Straßenlauf, so ließ er dieses Mal der Konkurrenz auch über 1500 Meter in 4:04,44 Minuten keine Chance. Bei der gleichen Disziplin bei den Männern fehlten Janne Henschel (LG Filder) nur wenige Zehntelsekunden zum Sieg. In 3:58,73 Minuten gewann der Student für Elektro- und Informationstechnik an der Universität in Vaihingen die Silbermedaille, knapp hinter Benedikt Hoffmann (TV Waldstraße Wiesbaden, 3:57,69 Minuten).

Derweil gab es bei den gleichzeitig ausgetragenen baden-württembergischen Winterwurfmeisterschaften in Frickenhausen zwei weitere Bronze-Medaillen für den U-18-Nachwuchs aus der Region Stuttgart/Bereich Filder. Marvin Schmid (LG Filder) kam im Speerwerfen nahe an die 50- Meter- Marke heran und sprang aufs Podest, ebenso wie Livia Neugebauer (LG Leinfelden-Echter- dingen).

Neugebauer? Richtig. Es handelt sich um die jüngere Schwester des Zehnkampf-Weltmeisters und Sportler des Jahres Leo Neugebauer. Livia Neugebauer sucht ihr sportliches Glück allerdings nicht im Mehrkampf, sondern im Hammerwerfen, wo sie sich mit 41,02 Metern ihre erste Medaille bei Landesmittelkämpfen holte.