Klettern in der Turnhalle: Doch für ein ausgiebiges Training reichen in vielen Hallen die Übungszeiten nicht. Foto: Patricia Sigerist - Patricia Sigerist

Stuttgart hat nicht genug Kapazitäten in seinen Sporthallen, wie eine Untersuchung des Sportamts zeigt. Nun stehen ein Neubau der Schleyerhalle und einer weiteren großen Sportstätte im Neckarpark zur Diskussion.

StuttgartDie Landeshauptstadt bezeichnet sich selbst gern als Sportstadt. Doch was die Versorgung der Sportler mit geeigneten Hallen betrifft, ist die Lage schlecht. Das gilt gleichermaßen für Breiten- und Leistungssportler. Das Sportamt hat in einer Untersuchung, die unserer Zeitung vorliegt, jetzt die Situation analysiert – und kommt zu bemerkenswerten Ergebnissen, die die Sportlandschaft massiv verändern könnten.

So ist die Situation im Neckarpark, in dem sich die größten Stuttgarter Sportstätten bündeln, dem Papier zufolge nicht zufriedenstellend. Die Schleyerhalle „entspricht nicht mehr dem internationalen Standard für Sportgroßveranstaltungen“, heißt es darin. Die Experten fordern deshalb ein neues Konzept für den Neckarpark. Die Schleyerhalle müsse grundlegend saniert oder abgerissen und neu gebaut werden.

Außerdem, so die Analyse, fehlt in Stuttgart eine Halle mit 4000 Zuschauerplätzen, die sich damit von der Größenordnung zwischen Porsche-Arena und Scharrena bewegen würde. Als idealer Standort gilt auch hier der Neckarpark in Bad Cannstatt. Genutzt werden könnte die Halle von sportlich ambitionierten Mannschaften, die mindestens in der zweiten Bundesliga antreten. Gedacht ist beispielsweise an Spitzenspiele der Volleyballerinnen des MTV Stuttgart oder der Handballer vom TVB Stuttgart.

Auch der Eissport braucht den Experten zufolge dringend Verbesserungen. Sie sehen Bedarf für eine dritte Eishalle auf der Waldau, um Eishockeyspielern und Eisläufern bessere Bedingungen zu schaffen. Für den Breitensport fehlen den Berechnungen zufolge in Stuttgart bis 2030 mehrere Dutzend Sporthallen, um den Bedarf auch nur ansatzweise decken zu können. Schon jetzt ist die Lage vielerorts bedenklich.

Die Vorschläge sollen Anfang Juli im Gemeinderat diskutiert werden. Gedacht ist an erste Schritte so schnell wie möglich.

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