Das SPD-Kandidatenquartett für Stuttgart: Sascha Meßmer, Carsten Singer, Sarah Schlösser und Katrin Steinhülb-Joos (von links nach rechts). Foto: /Dirk Coehne

Der Kreisverband in Stuttgart möchte mit seinem Personal endlich wieder einmal ein Landtagsmandat erringen wie zuletzt kurz nach dem Jahrtausendwechsel. Der Kreisvorsitzende Dejan Perc wagt aber keine Prognose.

Stuttgart - Die Vorzeichen sind für die SPD nicht berauschend: 11,9 Prozent hatte sie 2016 in Stuttgart bekommen und sechs Wochen vor der Landtagswahl 2021 hätten landesweit, so ergab eine Umfrage von infratest dimap, elf Prozent die SPD gewählt. Doch dies und die finanzielle Limitierung im Wahlkampf versuchen die je zwei Kandidatinnen und Kandidaten für Stuttgart mit Elan wettzumachen. Sie und der Kreisvorsitzende Dejan Perc äußersten sich in einem Online-Pressegespräch zur Lage.

Letztmals stellte die Stuttgarter SPD 2006 ein Landtagsmitglied. Dass seither niemand aus dem Landesparlament mehr Abgeordnetenbeiträge an die Kreispartei abführte, sei ein Grund für die begrenzten Gelder, sagte Perc. Hauptsächlich aus Eigen- und Spendenmitteln wende jede(r) 15 000 Euro für seinen Wahlkampf auf. Die Kreispartei lege insgesamt 15 000 Euro drauf.

Dennoch sei es der Anspruch, sagte die Gewerkschaftssekretärin Sarah Schlösser (33), die im Wahlkreis Stuttgart III (Nord- und Nordwestbezirke) kandidiert, dass die Grünen künftig mit der SPD regieren und nicht mit der CDU – und dass im Land jemand von der Stuttgarter SPD dabei ist. Schlösser kämpft im Wahlkampf für die Abschaffung von Kitagebühren und bessere Verhältnisse für Familien.

Sascha Meßmer (40) versucht sich im Innenstadt-Wahlkreis Stuttgart I als Macher mit pragmatischem Ansatz. Der Politikwissenschaftler mit Doktorgrad ist Wirtschaftsförderer im Kreis Böblingen. Er sagt, er wolle die Digitalisierung beschleunigen, kleinere Unternehmen dabei unterstützen. Der Lehrer Carsten Singer (33) möchte im Filderwahlkreis Stuttgart II mit CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann und Grünen-Minister Winfried Hermann nicht nur eine bessere Alternative zur CDU-Bildungspolitik aufzeigen. Als „Underdog“ setzt er auch aufs Nischenthema Tierschutz.

Katrin Steinhülb-Joos (54) ist im Wahlkreis Stuttgart IV (Neckarorte) wegen ihrer Enttäuschung über die grün-schwarze Bildungspolitik zur Kandidatin geworden. Als Leiterin der Altenburg-Gemeinschaftsschule wisse sie, wo es hapere. Ihre Forderung: weniger Bürokratie und ein Ende der Unterfinanzierung des Bildungssystems. Gelder für Schulen sollten außerdem am Sozialdatenatlas bemessen werden.

Unterm Strich: Das SPD-Quartett verspricht mehr Gerechtigkeit und will die „große Unzufriedenheit mit der CDU“ nutzen. Wie es ende, sei in diesem Wahlkampf unter Corona-Bedingungen, mit 2500 SPD-Plakaten in Stuttgart und den Mitteln der sozialen Medien, schwer einzuschätzen.

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