Treten für die CDU in Stuttgart an: Roland Schmid, Ruth Schagemann, Susanne Eisenmann und Reinhard Löffler (v. l.). Foto: CDU

Nach vier Jahren vom Wähler erzwungener Abstinenz will die CDU in Stuttgart zurück in den Landtag. Die Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann tritt im Filderwahlkreis an.

Stuttgart - Für die CDU in Stuttgart geht es bei der Landtagswahl am 14. März darum, nach fünf Jahren Abstinenz wieder Wahlkreise zu gewinnen. Und es geht ums Prestige, denn im Filderwahlkreis (Stuttgart II) tritt mit Susanne Eisenmann die Spitzenkandidatin um das Amt der Ministerpräsidentin an. Eisenmann ist in Heumaden aufgewachsen, ihre ersten politischen Schritte hat sie im Bezirksbeirat gesetzt, über den CDU-Fraktionsvorsitz im Gemeinderat folgte das Bürgermeisteramt, bis 2016 die Landespolitik rief. Heute lebt die Kultusministerin in Sillenbuch.

„Es macht einen Unterschied, ob Stuttgart imLandtag stark vertreten ist oder nicht“, sagte sie am Dienstag beim Online-Pressegespräch. Alle vier Stuttgarter Wahlkreise gingen 2016 an die Grünen, „bewegt hat sich wenig“, so Eisenmann. Von Samstag an will sie auf den Wochenmärkten präsent sein, mit Abstand, „aber nicht mit Distanz zum Wähler“, und nicht nur Schulthemen aufgreifen.

OB-Wahl soll Rückenwind geben

Bei der OB-Wahl in Stuttgart reüssierten die Christdemokraten im November 2020 mit Frank Nopper, das motiviert. „Wir hoffen, diesen Schwung mitnehmen zu können, wir bilden mit unseren Kandidaten die Stadtgesellschaft sehr gut ab“, sagte der Kreisvorsitzende Stefan Kaufmann. In den Wahlkreisen III (unter anderem Botnang, Feuerbach, Zuffenhausen) und IV (unter anderem Ost, Cannstatt) treffen die Wähler mit Reinhard Löffler und Roland Schmid auf alte Bekannte. Beide waren im Landtag, Schmid bis 2001, Löffler verteidigte sein Direktmandat 2011, scheiterte aber 2016.

Es gehe vor allem darum, Vertrauen zu schaffen, sagte Löffler, Corona und der lange Lockdown hätten die Menschen müde gemacht. Löffler und Schmid stehen für traditionelle CDU-Werte. „Die Grünen haben an Leuchtkraft verloren, die AfD schwindet“, so Schmid, der die Themen Sicherheit und Verkehr anspricht. Der Polizei-Freiwilligendienst müsse reformiert, für Stuttgart die Filder­auffahrt auf den Weg gebracht werden. „Bei der Straße soll ja nichts investiert werden“, sagte der Rechtsanwalt. So ganz stimmt das nicht, in Stuttgart wird der Rosensteintunnel fertig, im Netz rundum stehen die B 27 und A 81 vor dem Ausbau. Verkehrsberuhigung in Wohngebieten sei nur möglich, wenn man an anderer Stelle wie beim Rosensteintunnel Hauptachsen stärke, argumentiert Schmid, „und auch das E-Auto braucht die Straße“.

„Grüne haben Sättigungsgrenze erreicht“

Ruth Schagemann, die die Innenstadtwahlkreise abdeckt (Stuttgart I), ist die jüngste und wohl unbekannteste Bewerberin im CDU-Quartett. Wer die Architektin hört, vernimmt Botschaften, die auch von den Grünen oder der SPD stammen könnten: Klimaneutralität lasse sich nur durch verstärkte Sanierungen im Bestand erreichen, dabei müsse mit Förderprogrammen so gesteuert werden, dass Mieter nicht überfordert werden. „Die Grünen haben in Stuttgart ihre Sättigungsgrenze erreicht, die Bäume wachsen für sie nicht mehr in den Himmel“, gibt sich Kaufmann prophetisch.