Susanne Eisenmann, Spitzenkandidatin der CDU für die kommende Landtagswahl, muss gegen schlechte Umfragewerte ankämpfen. Foto: dpa/Tom Weller

In einem Jahr wird in Baden-Württemberg gewählt. In der neuen Umfrage von Stuttgarter Zeitung und SWR erreicht die CDU so schlechte Umfragewerte wie noch nie – obwohl ihre Spitzenkandidatin besser punktet als früher.

Stuttgart - Ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl fällt die baden-württembergische CDU in Umfragen auf ein Rekordtief. Die Grünen dagegen bleiben klar stärkste Kraft im Südwesten. Dies sind zwei der wichtigsten Ergebnisse des neuen BWTrend, einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag von Stuttgarter Zeitung und SWR.

Wäre bereits am kommenden Sonntag Landtagswahl, kämen die Grünen demnach auf 36 Prozent. Sie können damit ihr Rekordhoch vom September vorigen Jahres zwar nicht ganz halten (minus 2 Prozentpunkte), bleiben aber sehr deutlich vor allen anderen Parteien. Auf Platz 2 läge ihr Koalitionspartner CDU mit 23 Prozent. Das sind drei Prozentpunkte weniger als beim letzten BWTrend im September vorigen Jahres.

SPD, AfD und Linke legen zu

Die SPD kann sich hingegen von ihrem Tief im September leicht erholen und käme auf 11 Prozent (plus 3). Die AfD läge bei aktuell 14 Prozent (plus 2), die FDP bei 7 Prozent (minus 1). Die Linke könnte sich mit aktuell 5 Prozent (plus 2) Hoffnungen auf einen Einzug in den Stuttgarter Landtag machen. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 4 Prozent. Die nächste Landtagswahl im Südwesten soll am 14. März 2021 stattfinden.

Die Landesregierung überzeugt weiterhin eine große Mehrheit der Bürger (66 Prozent). Wie schon im September wird die Arbeit der Grünen mehrheitlich positiv (57 Prozent sind zufrieden oder sehr zufrieden, 39 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden), die der CDU hingegen mehrheitlich kritisch (36:58 Prozent) bewertet.

Winfried Kretschmann bleibt der beliebteste Landespolitiker

Getragen wird die Landesregierung nicht zuletzt vom großen Ansehen des Ministerpräsidenten. Winfried Kretschmann ist der mit Abstand beliebteste Landespolitiker – auch wenn er nicht ganz an das Niveau anknüpfen kann, das er nach der Ankündigung seiner erneuten Kandidatur im September erreichte. Das Gros der Bürger (73 Prozent, minus 4) ist mit seiner politischen Arbeit zufrieden. Dabei überzeugt er nicht nur im eigenen Lager, sondern mehrheitlich auch die Anhänger der anderen Parteien.

CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann konnte ihr Ansehen im letzten halben Jahr ausbauen, doch ist sie auch ein Jahr vor der Landtagswahl vielen Bürgern nicht bekannt. Bei der Bewertung ihrer politischen Leistung überwiegt anders als im September das Lob die Kritik (30:25Prozent), knapp die Hälfte (45 Prozent) kann oder möchte sie aber nicht beurteilen.

Große Skepsis gegenüber einer Zusammenarbeit mit der AfD

Noch stärker gilt das für die Spitzen der Opposition: der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch und der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke sind sechs von zehn Bürgern kein Begriff, den AfD-Fraktionschef Bernd Gögel können drei Viertel (74 Prozent) nicht beurteilen. Bei denen, die sich ein Urteil über ihr politisches Wirken gebildet haben, stößt Andreas Stoch auf eben so viel Zustimmung wie Ablehnung (20:20 Prozent), bei Hans-Ulrich Rülke (16:23 Prozent) und vor allem Bernd Gögel (8:18 Prozent) überwiegt die Unzufriedenheit.

Nicht nur auf personeller Ebene wird die AfD kritisch gesehen. In weiten Teilen der Bevölkerung besteht Skepsis gegenüber einer Zusammenarbeit mit der Partei. Knapp zwei Drittel der Baden-Württemberger (63 Prozent) halten es für richtig, dass die anderen politischen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD grundsätzlich ausschließen. Ein knappes Drittel (32 Prozent) ist gegenteiliger Auffassung.

Wie die Umfrage-Daten zustande kommen

Die Werte des BWTrend beruhen auf den Auskünften von 1001 Wahlberechtigten in Baden-Württemberg. Diese wurden vom Berliner Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap in der Zeit vom 5. bis 10. März 2020 telefonisch befragt.

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