Die Coronakrise trifft die Wirtschaft im Südwesten ins Mark. Wir erklären, was das für Folgen hat und wie das Modell der Kurzarbeit funktioniert.

Stuttgart - Unterbrochene Lieferketten, Fertigungsstopps, Absatzschwierigkeiten, dabei weiterlaufende Lohnzahlungen und Mietkosten: Die Coronakrise trifft auch die Wirtschaft im Südwesten hart. Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen müssen auf die aktuellen Umstände reagieren. Als Folgen der Krise melden mehr und mehr Firmen Kurzarbeit an.

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Yannik Buhl, Redakteur im Ressort Wirtschaft, erklärt im Videointerview, wie das Modell der Kurzarbeit funktioniert und erläutert die wirtschaftliche Situation der Firmen im Südwesten.

Kurzarbeit als Mittel in der Krise

Damit die Firmen keine gut ausgebildeten Mitarbeiter entlassen müssen, nur um kurzfristig ihre laufenden Verbindlichkeiten zu senken, stellt die Bundesregierung Kurzarbeitergeld als Instrument in der Krise zur Verfügung. So können Arbeitsplätze auch in schwierigen Zeiten erhalten werden. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) appellierte zuletzt an die Verantwortlichen, diese Mittel unbedingt zu nutzen und spricht sich aktuell sogar dafür aus, das Kurzarbeitergeld für drei Monate zu erhöhen.

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Laut der Agentur für Arbeit haben bereits über 70.000 Unternehmen im Südwesten Kurzarbeit beantragt – darunter Größen der Automobilindustrie wie, Daimler oder Porsche, aber auch ihre Zulieferer, beispielsweise die Firma Bosch.

Ein Drittel der Kurzarbeitergeld beziehenden Firmen sind dabei Lokale, Bars oder Restaurants. Handelsbetriebe, wie Einkaufsgeschäfte in den Innenstädten der Region zählen ebenfalls zu diesem Drittel. Im Gegensatz zur Wirtschaftskrise 2007 beziehungsweise 2008 ist diese Entwicklung im Bereich der Kurzarbeit in Corona-Zeiten neu. Die Agentur für Arbeit geht davon aus, dass die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit anmeldet, im Laufe des Aprils weiter steigen wird.

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