Auktionator Yves Sieber mit einem Gemälde von Reinhold Nägele. Das Mindestgebot liegt bei 65 000 Euro.Foto: Andreas Rosar Foto:  

Das Auktionshaus Yves Siebers versteigert vom 25. bis 27. März Raritäten, Kunstwerke und Antiquitäten. Das Besondere: Wegen der Corona-Krise kommen große und kleine Schätze nur online unter den Hammer.

Untertürkheim - I m Auktionshaus Yves Siebers in der Augsburger Straße kommen von Mittwoch bis Freitag 2800 Kunstwerke, Antiquitäten, Raritäten und Schätze für den kleinen und großen Geldbeutel unter den Hammer. „Für jeden ist etwas dabei“, ist Auktionator Yves Siebers überzeugt. Die Ausstellungsräume stehen voller Kostbarkeiten: Gemälde, Skulpturen, Grafik, Bücher, Porzellan, Keramik, Mobiliar, alte Pendulen sowie Wand- und Standuhren erwartet die Interessenten an den ersten beiden Auktionstagen. Am dritten Tag wird die Moderne mit Design versteigert. Der Star unter den Angeboten ist wohl eines von zwei Gemälden des bekannten Stuttgarter Malers Reinhold Nägele. Es zeigt Stuttgart bei Nacht, mit Blick vom Kriegsbergturm auf das Bahnhofsgebäude und die Königsstraße. „Das Interesse ist groß. Das Gemälde wird mit 65 000 Euro aufgerufen. Es kann aber gut sein, dass das Kunstwerk einen sechsstelligen Betrag erzielt.“ Ein Grund: Viele Kunstliebhaber und Investoren würden sich zurzeit von Finanztitel verabschieden und in feste Werte wie Kunst, Möbel und Antiquitäten investieren.

Die Bieter werden sich allerdings nicht direkt im Auktionssaal gegenübersitzen. „Wegen der Corona-Krise findet die Auktion nur online statt“, sagt Siebers. Die Auktion werde im Internet übertragen. Jeder könne die Versteigerungen live verfolgen und mitbieten. Die Voraussetzung dafür: Wer mitbieten will, muss sich im Auktionshaus anmelden. „Das geht unkompliziert. Viele kleine Kostbarkeiten können bereits für 30 bis 100 Euro ersteigert werden und Freude bereiten“, so Siebers.

Die Bandbreite der Angebote ist enorm. Am Mittwoch wird das Herz von Bücherliebhabern höher schlagen. Biologen werden gespannt auf das Ergebnis des ersten Loses warten. Die äußerst seltene, erste lateinische Ausgabe von Maria Sibylla Merian über „Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung“ zählt künstlerisch zu den wertigsten und ästhetischsten botanisch-zoologischen Werken mit stimmungsvollen Darstellungen der Raupen und Schmetterlinge in ihrer naturgetreuen Umgebung. Sie wird mit rund 12 000 Euro taxiert. Antiquitäten vom Barock bis zum Jugendstil finden die Schatzjäger in der Sparte Möbel und Einrichtungen, so auch eine große Auswahl an Biedermeier-Kommoden, Schränken und Vitrinen. Das prächtige Barock-Buffet (Limit liegt bei 3500 Euro) aus den Niederlanden des 17. Jahrhunderts präsentiert sich mit einem säulengegliederten Korpus auf dem ein Zusammenspiel zwischen geometrischer, figuraler und floraler Ornamentik vereint ist.

Sammler alter Waffen dürfen sich über ebenfalls herausragende Exponate freuen. Unter Los 207 wird eine seltene Radschloss-Büchse (Limit 4500 Euro) aus dem 18. Jahrhundert offeriert. Filigrane Handwerkskunst leisteten die Uhrmacher, Gold- und Silberschmiede, deren Wand- und Tischuhren, Taschen- und Armbanduhren sowie Schmuckstücke des 19. und 20. Jahrhunderts offeriert werden. Höhepunkt in der Gemäldesparte ist ein Werk von Giuseppe Zais. Der Blick des Betrachters fokussiert sich dabei auf den Innenraum einer italienischen Apotheke der Rokokozeit und wird mit 25 000 Euro aufgerufen. Am dritten Tag, also am Freitag, auktioniert Siebers dann ein breites Angebot an moderner Kunst und Design. Neben einer großen Auswahl an Einrichtungsobjekten bekannter Entwerfer wie Ludwig Mies van der Rohe, Eero Saarinen und Achille Castiglioni ragen die beiden Nägele-Gemälde heraus.

Infos zum Mitbieten gibt es im Internet unter www.siebers-auktionen.de.

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