„Pläne Hochfliegend“ von Joachim Lehrer. Foto: Galerie Kunsthöfle

Wegen der Corona-Pandemie kann die Galerie Kunsthöfle die Jahresausstellung derzeit nicht real aufbauen. Doch es gibt einen Katalog, in dem 20 Künstler vorgestellt werden.

Bad Cannstatt - Die Corona-Pandemie macht es den Kulturschaffenden nicht leicht. Derzeit sind keine Ausstellungen mit Vernissagen möglich. Die Galerie Kunsthöfle hat in weiser Voraussicht schon mal einen Katalog hergestellt – die Jahresausstellung der Mitglieder in gedruckter Form. Auf einem schwarzen Karton ist auf dem Titelbild weiß die Jahresausstellung der Mitglieder gedruckt mit den Namen der Künstler und die Einladung. Eigentlich sollte die Ausstellung am 22. November im Amtsgericht beginnen und bis 15. Januar 2021 gehen. „Wegen der Pandemie kann sie nicht stattfinden und ist auf unbestimmt verlegt“, teilte der Vorsitzende der Galerie Kunsthöfle, Helge Bathelt, mit.

Die Laudatio zur Ausstellung finden Kunstinteressierte auf der Homepage des Vereins. Der Katalog kann bei Helge Bathelt gegen eine Schutzgebühr von sechs Euro, inklusive Postversand, bestellt werden unter Helge.bathelt@gmail.com.

In seiner Laudatio macht Bathelt auf weitere Veränderungen der Ausstellungsbedingungen für die Galerie Kunsthöfle aufmerksam: Durch die Renovierungen des Amtsgerichts müsse auf eine stark verkleinerte Hängefläche Rücksicht genommen werden. Ein wirkliches Künstlerprofil wäre nur entwickelbar, wenn man jährlich drei Mitglieder auswählte, die dann jeweils sieben Arbeiten zeigen könnten. Bis aber alle solche Dreierwerkschauen abgewickelt wären, vergingen aufgrund der Zahl der Künstlermitglieder dreißig Jahre. Doch das sei angesichts der gegebenen Altersstruktur des Kunsthöfle keine wirkliche Perspektive, so Bathelt. Jetzt werden 20 Künstler vorgestellt: Bettina Baur zeigt mit „So oder So“ eine Radierung mit fließenden Konturen. Peter Bergers „Zeitspuren 2020“ lassen Farben fließend leuchten. Frederick Bunsens „Durchgang“ ist eine zeichnerisch filigran erstellt. Hans-Peter Doleckis „Gewaltsame Richtung“ zeigt einen weiblichen Akt in Blau-Weiß. „Unterwelt“ lautet das Ölgemälde von Andrea Eitel von einem Kellergefilde. Ferdinand Friess hat in „Mogadishu“ zwei junge Soldaten in Tarnanzügen mit Waffen dargestellt. Rosemarie Gauß zeigt ein optisches Formenspiel mit Augentäuschungseffekten. Susanne Gayers weiblicher Akt in Kohle und Aquarell ist in der zeichnerischen Linie stark. Almut Holtermanns „Atlantis“ lässt surreale Formen und komplementäre Farben sprechen. Hold Klis zeigt mit „Shop now“ Fotorealismus. Annerose Lechners „Rosso“ ist ein malerisches und zeichnerisches spannendes Zusammenwirken in Mischtechnik. Joachim Lehrers „Pläne hochfliegend“ beflügelt surreal in feiner Lasur die Phantasie der Kunstfreunde. Manfred Loose grüßt malerisch mit „Venedig im nächtlichen Karneval“ in melancholischer Prägung. Ada Mees Fotoabzug „Was vom König blieb“ setzt sich mit Richard III. auseinander und dessen gefundenen Knochen. Isabell Muncks Foto zeigt faszinierende Detailaufnahmen zum Thema Wasser. Heike Renz „B 2-Moorpflanze“ ist effektvoll als Aquarell mit Tinte. Gerold Reutters „Duo“ in Öl auf Holz verweist in seinem geheimnisvollen Bild auf eine Dreiergruppe.

Ronald Röhms farbenfrohes Bild mit Linolfarbe und Graphit ist abstrahiert in spitzwinkligen Formen. Helga Schuhmachers „Backwassernixlein II“ in Öl auf Baumwollkörper fasziniert durch optische Effekte mit leuchtenden Farben und Formen. Gudrun Vogels „Gefahr“ zeigt einen blauen Baum von Schwertern umgeben – der Baum ihrer Kindheit, heute von Stacheldraht umgeben und nicht mehr zugänglich, so die Künstlerin.

Weitere Infos www.kunsthoefle.de.

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