Die Bücherzelle in Untertürkheim dient als Vorbild für Wangen. Foto: Mathias Kuhn

Wangen hatte imBezirksrathaus eine Ecke mit ausgedienten Büchern. Nach dem Rathausumbau fehlt der Platz. Deswegen wollen sie eine Bücherzelle aufstellen. Noch fehlt die Genehmigung der Stadt.

Wangen - Die Bücherecke im Wangener Bezirksrathaus war überaus beliebt. Dort konnte man ausgediente Bücher in die Regale im Erdgeschoss stellen oder welche entnehmen. Wegen der langwierigen Sanierungsarbeiten im Rathaus musste die Bücherecke verschwinden.

„Nach den Umbauarbeiten haben wir jetzt leider keinen geeigneten Platz mehr im Rathaus“, bedauerte Wangens Bezirksvorsteherin Beate Dietrich in der Juli-Sitzung des Bezirksbeirats. Wangens Lokalpolitiker waren uneingeschränkt der Meinung, dass eine Ersatzlösung gefunden werden müsste. Der Blick über den Neckar in die Untertürkheimer Fußgängerzone brachte die zündende Idee: Eine ausgediente Telefonzelle zu erwerben und diese in eine Bücherzelle zu verwandeln, fand großen Anklang. CDU-Bezirksbeirat und Mattenspringer Marijan Laszlo recherchierte und entdeckte bei einer Firma im Hafen zwei Telefonzellen. „Zu einem sehr guten Preis, weswegen ich die beiden Zellen auf eigene Faust sicherte“, erzählt Laszlo. Mittlerweile hätten sich die Mattenspringer dazu entschlossen, die Anschaffungskosten zu übernehmen und den Stadtbezirk zu spenden, erzählt Laszlo. Mattenspringer Wolfgang Zürn hat als gelernter Schreiner bereits Pläne für den Einbau von Regalen gefertigt. Angedacht sei, dass die Bücherzellen mit Fotovoltaik ausgestattet werden, damit das Zelleninnere auch bei Dunkelheit beleuchtet ist. Schlösser, um die Zellen beispielsweise an Silvester vorsichtshalber zu verschließen, würden gerade eingebaut. „Der Transport, der Einbau der Regale und dies Bemalung der Zellen könnten wir mit Bürgern, vielleicht auch mit Jugendlichen feiern“, meint Laszlo.

Doch noch fehlt die Genehmigung der Stadt. Als Standort hatten die Bezirksbeiräte die Fläche zwischen dem ehemaligen Lamm und dem Alten Rathaus – wo bereits eine im Rahmen des Trans-Z-Projekts von Bürgern gebaute Sitzgruppe steht – präferiert, aber auch einen Platz am Wangener Marktplatz vorgeschlagen. „Die Entscheidung muss in der Stadtverwaltung gefällt werden“, sagt Laszlo. Bezirksvorsteherin Dietrich hat die notwendigen Schritte in die Wege geleitet. Eine schnelle Lösung scheint nicht wahrscheinlich. Einige Ämter der Stadtverwaltung seien involviert, so Laszlo. Aus den Erfahrungen des Untertürkheimer Bürgerinitiative ahnt er, dass auch die Wangener noch einige Hindernisse überwinden müssen. So sei wohl ein sicheres Fundament Pflicht, das auch nicht von Ehrenamtlichen, sondern von einer Baufirma errichtet werden müsse. Eventuell könnten die Kosten aus dem Budget des Bezirksbeirats beglichen werden. „Wünschenswert wäre es, wenn dann auch lokale Handwerksfirmen zum Zuge kommen“, sagt Laszlo.

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