Sind guter Dinge (v.r.): Pressereferent Panajotis Delinasakis, VSAN-Präsident Roland Wehrle und Oberkübler Steffen Kauderer mit Felbe. Foto: Felix Heck - Felix Heck

Der Kübelesmarkt richtet das 24. Große Narrentreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte vom 17. bis 19. Januar in Bad Cannstatt aus. Drei Jahre lang wurde vorbereitet.

Bad Cannstatt Noch liegt das Zunfthaus des Cannstatter Kübelesmarkts ruhig im Morgengrauen, wenig ist der altehrwürdigen Fassade am Dienstagmorgen von den Vorzeichen einer jahrelang geplanten Großveranstaltung anzumerken. Lange wird die Ruhe allerdings nicht mehr währen: Wenn vom 17. bis zum 19. Januar das Große Narrentreffen 2020 in der Cannstatter Altstadt gastiert, wird das Heimathaus der gastgebenden Kübler-Zunft für ein Wochenende zum Epizentrum der schwäbisch-allemannischen Narretei.

Den Veranstaltern bleiben noch anderthalb Wochen für die letzten Vorbereitungen, ehe die 10 000 Narren der 71 Teilnehmerzünfte den zur Narrenstadt umfunktionierten Ortskern bevölkern. Roland Wehrle, Präsident des Dachverbands der schwäbisch-allemannischen Narrenzünfte (VSAN), gibt sich bereits vor Festbeginn äußerst zuversichtlich. „Ich freue mich auf ein gigantisches, schönes, hoffentlich trockenes Narrenfest“, so der „Ober-Narr“ aus Furtwangen, der am Dienstag eigens für eine Pressekonferenz ins Küblerhaus gekommen war. Für den Dachverband stelle das alle vier Jahre stattfindende Zusammentreffen den Höhepunkt im Jahresverlauf dar, eine „einmalige Gelegenheit, den Besuchern eine kompakte Schau aller Häser und Masken der Mitgliedszünfte zu bieten“, so Wehrle weiter.

Auch beim Kübelesmarkt Bad Cannstatt steigt die Vorfreude ins Unermessliche: Nach 1968 und 1992 dürfen die Cannstatter bereits zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte das Schaulaufen der Fasnetzünfte ausrichten. Im Küblerrat spricht man von einer großen Ehre, wenngleich die dreijährige Planungszeit nicht durchgängig von Leichtigkeit geprägt war. „Es wird immer schwieriger, ein solches Narrentreffen überhaupt durchzuführen“, berichtete Oberkübler Steffen Kauderer von der Planungsfront. Das Unterfangen habe wiederholt mit behördlichen Hürden zu kämpfen gehabt. Unter anderem wegen des umfangreichen Sicherheitskonzepts geht man bei den Küblern von Gesamtkosten von rund 240 000 Euro aus – ein herausfordernder Betrag, zumal die Sponsorendichte zu wünschen übrig lässt. Erst persönliche Kontakte und die gute Vernetzung des Dachverbands vermochten die Einnahmenseite zu stabilisieren. Weitere Zuschüsse bewilligten der Gemeinde- und Bezirksbeirat, Oberbürgermeister Fritz Kuhn begleitet die Veranstaltung als Schirmherr. Eine letzte Komponente wird der Rechnung erst am Veranstaltungswochenende zufließen und den Ausschlag dafür geben, ob der Verein rote Zahlen ausgleichen muss. „Ein Teil der Kosten muss durch den Verkauf von Getränken und unseres Festabzeichens gedeckt werden“, referierte Ratsschreiber Panajotis Delinasakis aus der Kalkulation zum Fest.

Ungeachtet des Zahlenwerks verspricht das närrische Wochenende vom 17. bis zum 19. Januar ein vielfältiges Programm: Zum Auftakt ziehen am Freitag befreundete Zünfte aus der Region in einem Fackelumzug auf den Cannstatter Marktplatz. Das Kernprogramm beginnt am Samstag mit einem Empfang der VSAN und gipfelt um 17 Uhr in einen Brauchtums-Streifzug, ehe sich am Sonntag um 12.30 Uhr der Große Umzug durch die Altstadt schlängelt. Kurz darauf wird das Küblerhaus dann wieder vom Epizentrum zum klassischen Zunftgebäude – mit einer närrischen Geschichte mehr, die untrennbar mit dem Kübelesmarkt Bad Cannstatt verbunden sein wird.

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