Polizten sind am Morgen im Treppenhaus eines Wohnhauses zu sehen. Foto: Paul Zinken/dpa

In Autos und Kleintransportern wurden die Flüchtlinge nach Deutschland geschmuggelt - und zum Teil dabei großen Gefahren ausgesetzt.

Berlin - Eine Bande von Schleusern soll Menschen aus Syrien und Irak mit Autos und Transportern nach Deutschland eingeschmuggelt haben. Dabei sollen sie die Flüchtlinge bedroht und angegriffen sowie durch die Bedingungen beim Transport stark gefährdet haben. Mit einer großen Razzia in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ging die Polizei nun am Mittwoch gegen die Schleuser vor, wie die Bundespolizei mitteilte. Vier verdächtige Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren wurden festgenommen. Nach zwei weiteren wird gefahndet.

Die Bande soll in 60 Fällen mindestens 300 Menschen nach Deutschland gebracht haben. Pro Person sollen dafür zwischen 3500 und 10.000 Euro kassiert worden sein. Das Geld sei zum Teil auch mit Gewalt eingetrieben worden. Bei den Fahrten mit den Transportern und Autos sollen die Täter "Umstände in Kauf genommen haben, die bei einem Unfall zu schweren bis lebensbedrohlichen Verletzungen hätten führen können", hieß es von der Bundespolizei.

Anfangs führte die Strecke aus Syrien und Irak über Belarus nach Deutschland, später dann über den Balkan. Erste Verdachtsmomente habe es an der deutsch-tschechischen und der deutsch-polnischen Grenze gegeben, hieß es weiter. Die sechs Verdächtigen sind laut Sprecher Iraker und Syrer.

14 Wohnungen und andere Gebäude wurden durchsucht, neben Berlin waren Cottbus und Forst in Brandenburg sowie Siegen in NRW betroffen. Die Polizei beschlagnahmte Reisedokumente, Handys, Datenträger und 5000 Euro Bargeld.

Laut Bundespolizei waren 375 Polizisten an der Razzia beteiligt. Den Verdächtigen wird gewerbsmäßiges und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern nach Deutschland vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei Mitteldeutschland. Das Ermittlungsverfahren selbst werde von der Staatsanwaltschaft Görlitz geführt.