Maiskörner werden in einer Lagerhalle in der Region Kiew gelagert. Durch den Krieg in der Ukraine können Millionen Tonnen Getreide nicht exportiert werden, was in mehreren Ländern der Welt bereits zu Nahrungsmittelknappheit führt. Foto: ---/Ukrinform/dpa

Millionen Menschen weltweit sind auf Getreideexporte aus der Ukraine angewiesen. Doch durch den russischen Angriffskrieg sind die Ausfuhren blockiert. Der Kreml gibt sich nun kooperativ.

Moskau - In der Krise um die Blockade ukrainischer Getreideexporte hat Russland seine Kooperationsbereitschaft betont - und erneut Vorwürfe in Richtung Ukraine erhoben.

"Wir wissen von der Bereitschaft unseres Landes (...), zur Lösung dieser Krise und zur Ausfuhr von Getreide aus ukrainischen Häfen beizutragen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge.

Auch andere Staaten seien darum bemüht - etwa die vermittelnde Türkei. "Aber wir wissen bislang nicht, ob die Ukraine dies will, ob sie bereit ist, denn sie schweigt dazu", kritisierte Peskow. Die Ukraine fordert immer wieder, den Weg für ihr Getreide freizumachen - auf dem Schienenweg oder auch über die Häfen im Schwarzen Meer, die von der russischen Kriegsmarine blockiert werden. Sie gibt allein Russland die Schuld an der Blockade.

Seit Beginn des Ende Februar von Russland begonnenen Angriffskriegs sitzt die Ukraine, die weltweit der viertgrößte Getreideexporteur ist, auf den eigenen Vorräten fest. Der Westen macht Moskaus für die drohende Nahrungsmittelkrise in weiten Teilen der Welt verantwortlich, weil Russlands Streitkräfte die ukrainischen Häfen entweder besetzt haben oder blockieren.

Russland hingegen beschuldigt die Ukraine, ihre eigenen Häfen vermint zu haben - und die Minen nicht wieder räumen zu wollen. Die Ukraine befürchtet wiederum, dass russische Truppen über die Küste ins Land einfallen könnten.