In Europa sorgten vor allem stark steigende Ölpreise für eine Verunsicherung bei den Anlegern. Foto: dpa/Arne Dedert

Die Lage in der Ukraine spitzt sich immer mehr zu. Als Reaktion gegen das Vorgehen Russlands ist inzwischen ein Importstopp für russisches Öl im Gespräch. Das treibt den Ölpreis in die Höhe, Anleger reagieren nervös. Verbraucher müssen mit weiter steigenden Preisen rechnen.

Frankfurt/Main - Die Dax-Talfahrt geht zu Beginn der neuen Woche ungebremst weiter. Angesichts des eskalierenden Ukraine-Kriegs und kräftig steigender Ölpreise büßte der deutsche Leitindex am Montag in der ersten Handelsstunde 4,02 Prozent auf 12 568,77 Punkte ein. Damit erreichte er den tiefsten Stand seit November 2020. Seit Beginn der Invasion Russlands in die Ukraine vor anderthalb Wochen summieren sich die Kursverluste bereits auf 14 Prozent beziehungsweise mehr als 2000 Punkte.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Montagvormittag um 3,75 Prozent auf 27 774,95 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 3,52 Prozent auf 3430,71 Zähler ein.

In Europa sorgten vor allem stark steigende Ölpreise für eine Verunsicherung bei den Anlegern. US-Außenminister Antony Blinken hatte wegen der weiteren Eskalation in der Ukraine neue Strafmaßnahmen gegen Russland ins Spiel gebracht: Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. Auch das auf Öleinfuhren angewiesene Japan diskutiert über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland.

Banken- und Autotitel besonders stark unter Druck

Am deutschen Aktienmarkt standen unter anderem Banken- und Autotitel besonders stark unter Druck. Deutsche Bank und Commerzbank zählten mit Kurseinbrüchen von siebeneinhalb und über neun Prozent zu den größten Verlierern im Dax und MDax.

Auch etliche der konjunktursensiblen Autohersteller und Zulieferer traf es hart: Im Dax sackten Continental um sechs Prozent ab, während die Hersteller BMW und Volkswagen jeweils knapp fünf Prozent einbüßten. Die Aktien der im MDax gelisteten Zulieferer Hella und Dürr sowie des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck erlitten ebenfalls überdurchschnittliche Verluste.

Dagegen zählte Rheinmetall mit einem Kursplus von fast drei Prozent zu den MDax-Favoriten. Der Konzern profitiert weiter davon, dass er einen Großteil seines Umsatzes und Gewinns mit der Rüstungssparte erwirtschaftet. Die Titel des Rüstungselektronik-Herstellers Hensoldt gehörten mit gut sechs Prozent Plus ebenfalls zu den Gewinnern.

Auch einige Energietitel hielten sich im sehr schwachen Markt vergleichsweise gut: Siemens Energy reichte ein Minus von gut einem Prozent für einen der vorderen Dax-Plätze, während der Solarkonzern SMA Solar mit einem Kursaufschlag von fast neun Prozent im SDax glänzte.

Den schon zuletzt robusten K+S-Titeln bescherte Händlern zufolge die Aussicht auf eine deutliche Verknappung des Düngerangebots an den Weltmärkten ein Plus von gut zwei Prozent.