Die Kreuzung am Obertürkheimer Ortseingang soll zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Foto: Elke Hauptmann

Die Kreuzung Imweg/Otto-Hirsch-Brücken/Göppinger Straße wird für 2,2 Millionen Euro zum Kreisverkehr umgestaltet. Mit den Bauarbeiten soll Ende des Jahres begonnen werden.

Obertürkheim - Peter Beier hätte den Umbau der Kreuzung Imweg/Otto-Hirsch-Brücken/Göppinger Straße zum Kreisverkehr nur allzu gern noch miterlebt, hat ihn das Projekt doch seine gesamte Amtszeit über beschäftigt. Nun geht er nach mehr als 20 Jahren als Bezirksvorsteher von Obertürheim Ende Januar in den Ruhestand – ohne, dass sich am Ortseingang etwas verändert hat.

Die Umsetzung des erklärten Bürgerwunsches zieht sich hin. „Nach derzeitigem Stand soll die Planung und Bauvorbereitung der Maßnahme im Herbst 2021 abgeschlossen werden“, teilte Bürgermeister Dirk Thürnau in einer Beschlussvorlage dem gemeinderätlichen Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik mit. Läuft alles nach Plan, könnte noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden. „Es ist vorgesehen, die Maßnahme bis Ende 2022 abzuschließen.“ Die erforderlichen Mittel sind bereits im Doppelhaushalt 2020/2021 eingeplant.

Alle Verkehrsteilnehmer sollen profitieren

Der Ausschuss hat der Beauftragung eines Ingenieurbüros kurz vor Weihnachten zugestimmt. Damit kann das auf 2,2 Millionen Euro bezifferte Projekt in Angriff genommen werden: Anstelle der ampelgesteuerten Kreuzung soll ein Kreisel mit einem Durchmesser von 27 Metern erstellt werden. Davon verspricht man sich eine Verstetigung des Verkehrs, da mit weniger Stau und kürzeren Wartezeiten gerechnet wird – was wiederum eine geringere Luft- und Lärmbelastung zur Folgen haben soll. Das heutige Verkehrsaufkommen von 15 000 Fahrzeugen pro Tag kann p roblemlos bewältigt werden, sind die Verkehrsplaner überzeugt. Auch der Fußgänger - und Radverkehr wird ihrer Meinung nach von der Umgestaltung profitieren. Mehr noch: Mit dem Umbau der Kreuzung bietet sich nach Ansicht der Stadtplaner zugleich die Möglichkeit, die Attraktivität des Obertürkheimer Ortseingangs zu erhöhen. So wird die Göppinger Straße durch einen begrünten Mittelstreifen mit zwei Bäumen eine städtebauliche Aufwertung erfahren.

Der gesamte Kreisel wird einen Außendurchmesser von 27 Meter haben. Er soll – ähnlich wie die beiden kleineren Kreisverkehre in der Augsburger Straße – einen um fünf Zentimeter erhöhten Innenring erhalten, um die Durchfahrtsgeschwindigkeit zu drosseln. In allen drei Zufahrtsstraßen sind vor dem Kreisverkehr Fußgängerüberwege vorgesehen; die heute zum Teil sehr schmalen Gehwege sollen auf mindestens zwei Meter verbreitert werden. Deutlich verbessern soll sich auch die Situation für Fahrradfahrer an diesem Verkehrsknotenpunkt.

Kritik vom ADFC

Im Kreisel selbst werden die Radler im Verkehr zwar nur „mitschwimmen“. Auf den Otto-Hirsch-Brücken aber sind beidseitig Schutzstreifen mit einer Breite von 1,85 Meter geplant. Im Imweg werden die Radfahrer in Richtung Kreisverkehr auf einem 1,50 Meter Steifen geführt, in der abschüssigen Gegenrichtung müssen sie jedoch die Fahrbahn mitbenutzen. Denn die Straßenbreite reicht nicht aus für einen weiteren Radschutzstreifen, heißt es. Auch in der Göppinger Straße ist ein solcher nur in Richtung Kreisverkehr vorgesehen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Stuttgart kritisiert deshalb auch „zahlreiche Mängel in der vorliegenden Planung“. Laut dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Frank Zühlke bleibe diese „insbesondere bezüglich aller drei Zuführungen weit hinter den Qualitätsstandards im Sinne des Radentscheids zurück“. Zudem seien die Zu- und Ausfahrten des Kreisverkehrs „zum Teil deutlich breiter, als es für den Radverkehr verträglich ist“, moniert der ADFC. Es könne so zu gefährlichen Überholmanövern im Kreisel kommen.

Gemeinsam mit dem Bau des Kreisverkehrs werden auch Teile der Otto-Hirsch-Brücken in diesem Bereich instandgesetzt, kündigte Bürgermeister Thürnau an. „Die gemeinsame Umsetzung der beiden Maßnahmen soll verhindern, dass in diesem Bereich mehrfach in kurzen Abständen Beeinträchtigungen durch den Bau entstehen. Zudem lassen sich Synergieeffekte während der Bauzeit besser nutzen.“

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