Das Krauthobeln – hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2019 – ist seit je ein fester Bestandteil des Festes. Foto: Roberto Bulgrin/Archiv Foto:  

Im vergangenen Jahr wurde das Krautfest wegen der Pandemie abgesagt, 2020 gab es eine virtuelle Variante. Am Wochenende wird die Hocketse wieder richtig gefeiert. Dennoch gibt es ein paar Änderungen.

Die Coronapandemie mischt beim Krautfest – dem wichtigsten Fest in Leinfelden-Echterdingen – seit Jahren kräftig mit. Im vergangenen Jahr haben die Veranstalter entschieden, das Fest ganz ausfallen zu lassen, 2020 gab es eine virtuelle Variante. In diesem Jahr soll nun wieder richtig gefeiert werden. Weil man allerdings schwer einschätzen kann, wie viele Besucherinnen und Besucher an diesem Wochenende zu der ersten, fast wieder normalen Krauthocketse seit Pandemiebeginn kommen werden, hat die Stadt die Besucherzahl von 2019 als Richtschnur genommen. Damals hatten die Veranstalter 40 000 Menschen in den Straßen und Gassen von Leinfelden-Echterdingen gezählt.

Entsprechend viele Rettungs-, Hilfs- und Sicherheitskräfte werden am Samstag und Sonntag im Einsatz sein. Bis zu 30 Polizisten werden sich auf dem Festgelände aufhalten, das Deutsche Rote Kreuz wird mit bis zu 26 Rettungskräften vor Ort sein. Zudem haben sechs Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes am Krautfestwochenende Dienst, die Feuerwehr schickt vier Leute für die Brandsicherheitswache, und der Sicherheitsdienst stellt bis zu 18 Mitarbeiter.

Auch wenn „die Menschen wieder große Lust haben, rauszugehen und etwas zu erleben“, wie Dominique Weig, der Hauptorganisator der Krauthocketse in Echterdingen, sagt, rechnet er mit etwas weniger Andrang als früher – „vielleicht mit 20 000 bis 30 000“ Festbesucherinnen und -besuchern. Zumal die Wetterprognose für das Wochenende bisher nicht ganz so rosig aussieht. Weig ist Geschäftsführer der Unternehmergesellschaft Krautfest Echterdingen. Bei ihm laufen die Fäden zusammen. Er kümmert sich um die organisatorischen Dinge und ist für diese Aufgabe auf Minijobbasis bei der Stadt angestellt. Gemeinsam mit Thomas Stierle, dem Chef des Echterdinger Vereinsrings, sowie weiteren Ehrenamtlichen sei er schon etwas in Hektik geraten, weil „erst vor drei Monaten das Go für das Fest kam“, berichtet Weig. Die Vorbereitungen seien aus diesem Grund „stark komprimiert“ gewesen; es sei mitunter schwierig gewesen, seinen Nebenjob und seinen Hauptjob unter einen Hut zu bekommen. Weig sagt aber auch: „Wenn das Fest ohne große Probleme über die Bühne geht und die Vereine davon profitieren“, dann hätten sich die viele Arbeit und der Stress schon gelohnt.

Rein rechtlich müssen die örtlichen Vereine als Veranstalter und auch die Stadt Leinfelden-Echterdingen zumindest in Sachen Coronapandemie keine Vorgaben mehr beachten, erläutert der Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell. „Es gibt keine Maskenpflicht mehr und auch keine Testpflicht – alle Coronamaßnahmen sind aufgehoben“, sagt er. Allein die Quarantänepflicht bestehe nach wie vor: Wer sich also mit dem Coronavirus angesteckt hat, ist verpflichtet, zu Hause zu bleiben. „Wir halten den Besuch des Krautfestes für sicher, weil ja schon traditionell vieles im Freien stattfindet“, erläutert Kalbfell. Dennoch wolle die Stadt auch im Sinne der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer keinerlei Risiko eingehen.

Scheuern werden nicht geöffnet, Zelte sind offen

So bleiben die Scheuern an der Echterdinger Waldhornstraße, die in der Vergangenheit immer am Krautfestwochenende geöffnet hatten, diesmal geschlossen. Der Echterdinger Obst- und Gartenbauverein, der bisher zum Krautfest immer in der Tiefgarage des Echterdinger Rathauses anzutreffen war, hat seinen Stand nun draußen an der Bernhäuser Straße. Die Zelte, die aufgebaut werden, bieten zwar Schutz vor Regen, aber es seien keine geschlossenen Zelte. In dem kostenlosen Shuttlebus, mit dem die Festgäste am Wochenende zwischen den Stadtteilen und den verschiedenen Programmpunkten pendeln können, muss – wie auch sonst im öffentlichen Nahverkehr – eine Maske getragen werden.

Wer von außerhalb zum Krautfest nach Leinfelden-Echterdingen kommt, dem rät die Stadtverwaltung, das Auto zu Hause stehen zu lassen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Um im Ernstfall Feuerwehren und Rettungswagen das Durchkommen zu sichern, werden an der Leinfelder Straße und an der Hauptstraße Park- und Halteverbote eingerichtet. „Die Schilder sind bereits aufgebaut“, sagt der Bürgermeister. Autofahrer werden gebeten, ihre Fahrzeuge am Freitagabend, spätestens aber am Samstagfrüh wegzufahren.

Krautfest-Programm

Wieder live
Am Samstag, 15. Oktober, und Sonntag, 16. Oktober, wird in Leinfelden-Echterdingen das 44. Krautfest ohne größere Corona-Einschränkungen gefeiert. Das spitzige Kraut wird gehobelt, geschätzt, gewogen, durch die Straßen getragen und natürlich verkostet. Dazu gibt es Musik, Tanz und jede Menge Programm seitens der örtlichen Vereine und Geschäfte. Am Freitagabend kann man sich in Echterdingen und in Leinfelden bereits auf das Fest einstimmen.

Fassanstich
Oberbürgermeister Roland Klenk wird am Samstag, 14 Uhr, auf der Bühne am Neuen Markt Leinfelden, ein Fass anstechen. Um 15 Uhr wird er auf der Echterdinger Bühne voraussichtlich mit Camille Galtier, Bürgermeister der französischen Partnerstadt Manosque, Kraut abschmecken. Zur gleichen Zeit wird in Oberaichen das Festzelt am Backhäusle eröffnet. Am Sonntag rollt von 12 Uhr an zur Freude aller Oldtimerfans die 17. Spitzkraut-Classics durch Leinfelden. Das ausführliche Programm ist im Netz unter www.myle.de zu finden.