Die Oldtimer-Fahrzeuge hatten bei der „Leo-Motor Classic“ am Sonntag kein Problem mit dem Kopfsteinpflaster. Foto: Simon Granville

Wie lässt sich die Altstadt von Leonberg attraktiver machen? Die Ideen der Kandidatinnen und Kandidaten für die anstehende OB-Wahl sehen ganz unterschiedlich aus.

Wie kann die historische Altstadt Leonbergs attraktiver werden, wie dort der Handel gestärkt werden? Seit Jahren gibt es Diskussionen, ob eine Verlegung des Wochenmarkts an den Samstagen von der Steinstraße in die Altstadt Sinn haben würde, um dieser schmucken Ecke Leonbergs mehr Leben einzuhauchen. Es sind Themen, die auch bei der Gesprächsrunde unserer Zeitung in dem zum Bersten gefüllten großen Saal der Stadthalle angesprochen wurden. Themen, bei denen sich natürlich auch die drei eingeladenen Kandidatinnen und Kandidaten, die zur Oberbürgermeisterwahl am 28. September antreten, positionieren und beim Publikum punkten wollten.

Marion Beck berichtete beispielsweise von ihren Erfahrungen als ehemalige Citymanagerin in Weil der Stadt und wie sie in dieser Funktion den Strandsommer ins Leben gerufen habe, der zu einer festen mehrwöchigen Institution geworden sei. „Die Leonberger Altstadt verdient einen besonderen Schutz mit einer Altstadtsatzung“, sagte die 55-Jährige. Sie wolle dort mehr Aufenthaltsqualität schaffen mit Blumenkübeln, Sitzmöglichkeiten und viel Sonnenschutz.

OB-Wahl in Leonberg: Vielfältige Ideen für die Belebung der Altstadt

Marion Beck will die Leerstände aktiv angehen, kann sich Pop-up-Ideen gut vorstellen und auch verschiedene Veranstaltungen oder Themen-Märkte. „Der Wochenmarkt bleibt aber dort, wo er ist, auf dem Platz an der Steinstraße“, sagte Beck, die damit von ihrer Meinung, die sie noch vor einigen Wochen vertreten hatte, klar Abstand nahm. „Nach vielen Gesprächen habe ich festgestellt, dass ein Wochenmarkt in der Altstadt allein platzmäßig keinen Sinn macht. Eine Alternative könnte noch der Parkplatz hinter dem Neuen Rathaus sein.“

Mehr Leben in der Leonberger Altstadt und den Handel stärken, das wollen alle OB-Kandidaten. Foto: Simon Granville

Josefa von Hohenzollern ist aus dem gleichen Grund nicht mehr Verfechterin des Wochenmarktes in der historischen Altstadt. Sie möchte den Bereich rund um den Marktplatz vielmehr mittels einer Verkehrsberuhigung aufwerten. Ihre Ideen neben Pop-up-Stores und Motto-Märkten sind Kunst im öffentlichen Raum oder andere kulturelle Veranstaltungen. Die 51-Jährige denkt auch an neue Impulse für die Gastronomie.

OB-Wahl in Leonberg: Meinungen zur Altstadt gehen auseinander

Von einer Belebung des Marktplatzes in Form eines Strandsommers hält OB-Kandidat Tobias Degode gar nichts. „Wir brauchen kein zweites Strohländle in der historischen Altstadt“, konterte der 38-Jährige, der zurzeit die Verwaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt leitet, den Vorschlag von Marion Beck. Er könne sich allerdings gut vorstellen, dem Alten Rathaus eine neue Rolle als Veranstaltungsort zukommen zu lassen. „Es könnte ein schöner Ort beispielsweise für Vereinsevents sein.“

Was ihm gar nicht gefalle, sei das Kopfsteinpflaster. Hier kämen einige Tücken zum Vorschein. Denn zwischen den Steinen bildeten sich tiefe Rillen. Wenn die Steine nass sind, seien sie rutschig. „Für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer oder Personen mit Kinderwagen sind das Stolperfallen.“ Mit dem Vorschlag von Marion Beck, die Rillen zu verfugen, konnte sich Degode aber auch nicht anfreunden. „Da gehört eine glatte Oberfläche hin.“

Ob-Wahl in Leonberg: Wie geht es mit dem Kopfsteinpflaster auf dem Marktplatz weiter?

Das Granitkopfsteinpflaster auf dem historischen Marktplatz hatten die Leonberger erstmals am 22. November 1987 betreten. Etwa 5000 Quadratmeter Pflastersteine waren hier als Teil der Altstadtsanierung für damals etwa zwei Millionen Mark verlegt worden. Das gebrauchte Granitpflaster war für diesen Zweck aus Belgien bezogen worden, wo der Belag als nicht mehr zeitgemäß eingestuft worden war.