Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisiert die Militarisierung griechischer Inseln. Foto: Khalil Hamra/AP/dpa

Der Ton im Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei wird schärfer. Athen unterstreicht die Bereitschaft zum Dialog - und richtet gleichzeitig deutliche Worte an Ankara.

Athen - Im Konflikt mit der Türkei hat Griechenland einmal mehr Dialogbereitschaft signalisiert, sich jedoch gegen Drohungen aus Ankara verwahrt. Die Türkei habe das Recht, ihre Intressen auf Basis des Völkerrechts zu verteidigen, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums am späten Mittwochabend.

"Sie hat jedoch kein Recht, das Völkerrecht eklatant zu verletzen und Griechenland mit Krieg, mit casus belli zu drohen." Griechenland selbst erhebe keine Ansprüche gegen die Türkei.

Zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwochabend laut staatlicher Nachrichtenagentur Anadolu erneut die Militarisierung griechischer Inseln kritisiert. Drohnenaufnahmen belegten, dass dort gepanzerte Fahrzeuge stationiert seien, was inakzeptabel sei. Er mahnte auch die USA, Griechenland nicht in falsche Berechnungen einzubeziehen und nicht die Manipulation der internationalen öffentlichen Meinung zuzulassen.

Vertrag von Lausanne regelt Demilitarisierung von Inseln

Die Militarisierung griechischer Inseln, die schon seit Jahrzehnten besteht, ist von Ankara zuletzt verstärkt thematisiert worden. Der Vertrag von Lausanne (1923) legt fest, dass Inseln wie Lesbos und Samos vor der türkischen Westküste demilitarisiert sein müssen.

Griechenland hat dort allerdings bereits seit Beginn des Zypernkonflikts im Jahr 1974 Militär stationiert - zur Selbstverteidigung, wie Athen betont, weil die Türkei an ihrer Westküste zahlreiche Landungsboote stationiert habe. Ankara argumentiert, wegen des Vertragsbruchs durch die Militarisierung könne Griechenland die Souveränität über die betreffenden Inseln verlieren.