Das BHZ in Feuerbach macht Krippen und lustige „Männle“. Weil die Weihnachtsmärkte dieses Jahr ausfallen, kann man die Produkte im Internet bestellen. Oder beim Garagenverkauf in Stuttgart-Feuerbach erwerben. Foto: nja

Und wie machen Sie das am 24. Dezember? Unsere Autorin Anja Wasserbäch fragt sich, wie man Weihnachten feiern soll.

Stuttgart - Wie kommen Sie durch die Zeit? Wir versuchen es mit Lachen. Die beste Idee in diesem Advent: in den Adventskalender jeden Tag einen kleinen Zettel mit einem Witz zu packen. Das kommt gut an bei meiner Tochter im besten Witzealter. Die liest ihn dann vor, das Video schicken wir an Oma.

Kennen Sie den schon? Die Deutschlehrerin fragt seine Schüler: „Wer kann mir sagen, ob es der Monitor oder das Monitor heißt?“ Fritzchen antwortet: „Eigentlich heißt es der Monitor. Aber wenn Moni beim Fußball ein Tor schießt, heißt es das Monitor.“

Die Weihnachtsplanung ist dahin

Natürlich kann dieses Jahr keine richtige Adventstimmung aufkommen. Es nervt. Alles. Es ist ein sehr seltsamer Dezember, durch den wir nun mal alle durchmüssen. Dann noch das Hin und Her in Baden-Württemberg, ob die Kinder denn nun ab dem 18. Dezember in die Ferien entlassen werden. Stand heute ist bei uns, dass der Unterricht am 21. und 22. Dezember zwar stattfindet, der Besuch aber nicht verpflichtend ist. Und nun? Was macht die Alleinerziehende beispielsweise?

Können wir uns darauf verständigen, dass wir uns darüber nie wieder beschweren?

Alles ist dynamisch, das Infektionsgeschehen, die Weihnachtsplanung dahin. Erinnern Sie sich noch an vergangenes Weihnachten: Was das für ein Stress war? Was gibt es zu essen? Wie machen wir das mit der Bescherung? Was, die Olga verträgt jetzt kein Gluten mehr? Und Nicole ist Vegetarierin? Herrje! Und: Hach, war das schön. Und die vielen Weihnachtsfeiern – in der Firma bis zum Adventskaffee mit anderen Eltern. Können wir uns darauf verständigen, dass wir uns darüber nie wieder beschweren? Und vor allem, überall etwas Druck rausnehmen und einfach Plätzchen kaufen, wenn keine Zeit zu backen ist?

Isolierung und Schnelltests

Dieses Jahr denkt man darüber nach, wie es unter diesen Begebenheiten möglich ist, ein irgendwie okayes Weihnachten hinzubekommen. Überall steht gerade die Frage im Raum: Und wie macht ihr das an Weihnachten? Die Beispiele sind vielfältig. Da gibt es die Freundin, die mit den zwei kleinen Kindern, zur ihrer verwitweten Mutter fährt, und mit Thermoskanne und Plätzchen im Gepäck einen Spaziergang plant. Die andere Familie, die Corona schon hatte und recht gelassen mit der Sache umgeht. Und dann gibt es jene, die eigentlich ganz froh sind, nicht mit ihren Eltern zu feiern, weil der Hausfrieden gern mal schief hängt. Die Familie eines Freundes isoliert sich eine Woche vor dem Heiligen Abend, die einzelnen Familienmitglieder, Kinder und Enkel, fahren einzeln in ihren Autos 700 Kilometer und mehr quer durch die Republik und setzen am 23. Dezember auf Schnelltests, um die betagte Mutter nicht zu gefährden. Es ist wahrscheinlich das letzte Fest, das man im elterlichen Haus gemeinsam verbringen kann. Der Familie geht es, wie vielen anderen: Wie viele Weihnachten kann man noch gemeinsam feiern? Was ist es einem persönlich wert, darauf zu verzichten? Welches Risiko geht man ein? Wie kann man es so klein wie möglich halten?

Nicht alles, was erlaubt ist, muss auch gemacht werden

Es gibt kein richtig oder falsch. Es gibt kein schwarz und weiß. Da sind viele verschiedene Möglichkeiten, die alle natürlich nicht toll sind, aber nun mal sein müssen, gesetzlich begrenzt durch die Bestimmungen, die eventuell dann doch noch verschärft werden. Und: Nicht alles, was erlaubt ist, muss auch gemacht werden.

Bleiben Sie gesund.

Anja Wasserbäch hat noch nie so viel gebacken wie in diesem sonderbaren Jahr. Sie ist Redakteurin im Ressort Leben und betreut die Seite Kind & Kegel im Wochenendmagazin.

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