Til Bauer von der Steigkirche moderiert digital den nächsten Preacher-Slam. Foto: Picasa

Der PreacherSlam fällt dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht aus. Es gibt ihn digital. Pfarrer Til Bauer wird ihn am 20. November moderieren. Das Publikum stimmt über Likes im Internet ab.

Bad Cannstatt - Die Corona-Krise macht erfinderisch. Da persönliche Begegnungen möglichst nicht stattfinden sollen, gibt es den PreacherSlam, der bisher traditionell in der Steigkirche stattfand, nun digital. Und in einer kleineren Ausführung. Dennoch lädt der Pfarrer der Steigkirche, Til Bauer zur digitalen Teilnahme ein. Der digitale Dichterwettstreit der Pfarrer im Live-Stream findet am Freitag, 20. November, um 19.30 Uhr statt.

„Uns erging es wie so vielen anderen auch, wir hatten einen Plan und dann kam Corona“, berichtet Bauer. Der Plan sei eine Live-Bühne mit Slammern und Slammerinnen gewesen, die das Publikum mitreißen. Angesichts der Pandemie überlegten sich die Veranstalter, ob sich die Vibrations, die Atmosphäre, vielleicht auch auf ein anderes Medium übertragen lassen. Die Frage war: „Kommen wir auch virtuell miteinander ins Schwingen?“ Die Antwort lautete: „Warum nicht. Es ist ein Experiment wert.“

Die Zuschauer seien Teil des Experiments. Sie können sich ab sofort anmelden und registrieren unter: https://preacherslam.paxido.cloud/. Sie bekommen dann auf Freitag einen Zugangscode und können im Live-Chat die Beiträge kommentieren und bei der Abstimmung entsprechende Likes abgeben. Bauer hofft auf rege Beteiligung.

Folgende Slammer sind dieses Mal digital mit dabei: Susanne Conza (Mühlacker-Lomersheim), Georg Hardecker (Weil der Stadt-Merklingen), Benjamin Helmschrott (Esslingen), Friedrich July, Johannes Seule, Matome Sadiki (jeweils Stuttgart). Es wird direkt in die Wohnzimmer, Küchen und Pfarrstuben der Slammer geschaltet. Die Moderation des Abends übernimmt der Hausherr der Steigkirche, Pfarrer Til Bauer.

Wie er zu den Teilnehmern für den PreacherSlam kommt, ob sie sich bewerben oder er sie anspricht: „Mittlerweile habe ich einen zuverlässigen Stamm von Slammern, die die Tradition des PreacherSlams am Laufen halten.“ Für Bauer ist der PreacherSlam eine zeitgemäße Form der Verkündigung mit Texten über Gott und die Welt. Dazuhin sind die Zuhörer aufgefordert, spontan zu reagieren.

Und so läuft die Siegerkür: Das Publikum tauscht sich in einer Chatgruppe aus und bewertet dann die Slammer mit entsprechenden Likes. Selbstverständlich gibt es eine Jury: Das Publikum ist live zugeschaltet und entscheidet über Likes, wer den „Stuttgarter SlamSteiger“ dieses Jahr bekommt, erklärt Bauer. Die Pfarrerin und fünf Pfarrer sind jeweils von zuhause zugeschaltet. „Wir gehen davon aus, dass die Veranstaltung ungefähr eine gute Stunde dauern wird. Auch Pfarrer Til Bauer ist nicht in der Steigkirche. „Das Kirchenbild wird eingeblendet“, wie er erklärt.

Und was ist alles „small“ bei der Veranstaltung? „Die Small Edition bezog sich ursprünglich auf eine Live-Veranstaltung in der Kirche mit entsprechenden Abständen. Dann planten wir weiter und verlegten die Veranstaltung ins Netz – eigentlich müssten wir jetzt sagen: die digitale Edition“, so Bauer. Normalerweise treten zehn Slammer zusammen an. „Wir haben uns dieses Jahr auf sechs geeinigt, damit wir den digitalen Rahmen nicht überstrapazieren“, erklärt der Organisator der Veranstaltung, die bislang auch weit über Bad Cannstatt hinaus Wellen geschlagen und Aufmerksamkeit erzielt hat.

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