Foto: Karin Nehls (z)

Im Dezember soll die Waldkita „Naturströlche“ ihren Betrieb aufnehmen. Dazu muss ein Pavillon auf der Wiese der SKS-Tennisanlage Bußbachtal errichtet werden.

Rohracker - Die „kleinen Welschkorneber“ – der Nicknamen der Rohrackerer – sind seit Juli los. Die neue Waldspielgruppe trifft sich wöchentlich an der Tennisanlage der SportKultur Stuttgart (SKS) im Bußbachtal, um nach einem Begrüßungsritual in den nahen Wald zu ziehen und dort die Natur zu entdecken. „Das Treffen dient der Eingewöhnung“, sagt Karin Nehls, die Vorsitzende des Vereins Waldkindergarten Naturstrolche. Gemeinsam mit Dennis Keifer brachte Nehls den Bezirksbeiräten die Idee des Waldkindergartens näher. „Die Vision ist eigentlich aus der Not einiger Eltern aus Rohracker entstanden“, erklärt Nehls. Etliche ihrer Kinder besuchen die Rohrspatzen-Kita. Mit dem vierten Lebensjahr müssen die flügge gewordenen Rohrspatzen ihre beliebte Kita verlassen. Eine Garantie, dass sie in die städtische Kita in der Tiefenbachstraße wechseln können, erhalten die Eltern nicht. „Deswegen haben wir uns überlegt, selbst eine Kita mit einem waldpädagogischen Konzept zu gründen“, sagt Nehls. Der Verein besitzt mittlerweile rund 50 zumeist sehr aktive Mitglieder. Noch dieses Jahr wollen sie den Betrieb mit einer Gruppe mit 20 Kindern starten. „Nach langer, gründlicher Suche haben wir uns nun für die Tennisanlage der SportKultur Stuttgart entschieden“, verrät Keifer. Auf der Wiese vor dem Tennisheim soll ein Pavillon aus Holz hingestellt werden. Er soll nur als Anlaufstelle der Naturstrolche genutzt werden. Die meiste Zeit verbringen die jungen Waldforscher in einem nahen Waldstück, das die Kita-Eltern vom Forstamt zugewiesen bekamen. „Wir verfolgen ein Ganztagskonzept, wollen ein möglichst plastikfreier und klimaneutraler Betrieb sein. Das Mittagessen werden wir von einem Caterer beziehen, der darauf achtet, dass das Essen hundertprozentig aus biologischer Erzeugung ist“, erklärte Nehls. Das Baugesuch für das neue Kita-Gebäude wird diese Woche noch eingereicht. Keifer und Nehls hoffen, dass dann rechtzeitig die Baugenehmigung vorliegt, damit die Waldkita im Dezember an den Start gehen kann. Ursprünglich war der September vorgesehen. „Mit den verantwortlichen der SportKultur Stuttgart stehen wir in engen Kontakt. Mittelfristig streben wir eine Kooperation und eine sportintegrierte Kita an“, so Keifer. Die wöchentliche Waldspielgruppe diene als Übergang der Über-Dreijährigen in die künftige Waldkita. An eine der zwei Erzieherinnen und zwei Erzieher begleitet die jungen Welschkorneber bereits. „Die Rituale, die wir jetzt einüben, werden den Kindern auch im Kita-Alltag begegnen“, sagt Nehls.

Von den Bezirksbeiräten erhielt die Initiative volle Zustimmung. Verwundert zeigten sich die Lokalpolitiker darüber, dass die Stadt vor Kurzem den Erbpachtvertrag für das Grundstück stillschweigend um 60 Jahre verlängert hatte. Schließlich habe der Bezirksbeirat vor einigen Wochen Infos über die geplante Neustrukturierung der Sportflächen im Stadtbezirk oder deren alternative Nutzung eingefordert. Die Bezirksbeiräte beantragt nun ein Konzept.

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