Der Kindheitstraum-Verein erfüllt Kinder-Wünsche, wie den Spieletraktor. Foto: KTS (z)

Der Hofener Verein Kindheitstraum Stuttgart hilft benachteiligten Kindern. Für seine Sachspenden sucht er jetzt einen Platz für einen Container.

Hofen - Vor sechs Jahren hat Enrico Kuhrt zusammen mit sieben Mitgliedern einen Verein gegründet, um sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche einzusetzen und ihnen Herzenswünsche zu erfüllen. Der Verein heißt Kindheitstraum Stuttgart und hat seinen Sitz in Hofen. Mittlerweile braucht der 55 Mitglieder starke Verein Platz für die Sachspenden. Einen Frachtcontainer hat er schon, der ihm kostenlos geliefert wird. Doch der Platz ist das Problem. Kuhrt hofft, dass er einen Ort findet, ob auf einem Firmengelände oder privat, wo der Frachtcontainer hingestellt werden kann. Kein leichtes Unterfangen. Bei der Stadt hat er auch schon nachgefragt. Doch Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann hat ihm wenig Hoffnung gemacht. Deshalb versucht er es nun durch weitere Öffentlichkeitsarbeit.

Deutschlandweit im Einsatz

Zur Vereinsgründung ist es gekommen, weil Kuhrt vor sechs Jahren zu seinem 30. Geburtstag eine Spendenaktion machen wollte. Er hat sich bei größeren Vereinen umgehört. Der Banker hat aber schnell festgestellt, dass zu viel Geld dabei verloren geht und nicht bei den Kindern ankommt. Auch seien ihm Provisionen für die Spenden angeboten worden. Das fand er widersprüchlich und unpassend.

So gründete er den Verein „Kindheitstraum“, der inzwischen deutschlandweit Wünsche von Kindern erfüllt. Melden kann sich jeder. Kuhrt sieht, dass die Lage für Familien und die Kinder immer brisanter wird. Der Verein will so unbürokratisch wie möglich helfen. Es seien ganz unterschiedliche Projekte: „Wir möchten den Kindern ein Erlebnis schaffen, machen aber keine Urlaube.“ Der Großteil an Wünschen betreffe Kinder und Jugendliche aus Stuttgart und Umgebung.

Delfin-Therapie ermöglicht

Das Teuerste, was der Verein bisher ermöglicht hat, ein fünfstelliger Betrag, wurde für eine Delfin-Therapie für drei Kinder auf der Insel Curacao ermöglicht. Mitgemacht habe beispielsweise ein Kind mit Krebserkrankung, welches körperlich stark eingeschränkt war und danach motorisch und geistig große Fortschritte gemacht hatte. „Man sieht dabei, wie stark die Psyche mitspielt“, sagt Kuhrt. Es gibt auch Wünsche, die nichts kosten und große Freude machen: Für zwei Jungs eine Polizeifahrt in einer Streife etwa. Oder: Ein Junge mit Muskelschwäche durfte in einem Porsche mitfahren. Es gehe um die Verbesserung der Lebensqualität und die Verbindung zu anderen Kindern.

Der Verein trägt sich durch Beiträge und Spenden, berichtet Kuhrt. Am Max-Eyth-See hat er in corona-freien Jahren Kinderfeste organisiert. Auch für die Biertischgarnituren braucht der Verein Stauraum und für die Sachspenden. Im Corona-Jahr habe der Verein einige Sachspenden bekommen, weil viele zu Hause aus- und aufgeräumt hätten. Der Platz für den Container, der eine Fläche von etwa 15 Quadratmetern bietet, sollte gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, wünscht sich der Vorstand.

Auch organisiert der Verein Paket-Aktionen, wie jüngst 64 Pakete zu Ostern für Mutter-Kind-Heime in Stuttgart, die sie verteilt haben. In diesem Jahr will Kindheitstraum etwa 40 Wünsche erfüllen, so der Vereinsvorsitzende. Aktuell seien es 28 Wünsche, einige müssten noch warten wegen Corona, weil etwa Freizeitparks wegen der Pandemie geschlossen seien.

Weitere Informationen gibt es unter www.kindheitstraum-stuttgart.de und unter Telefon 21570770.

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