Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler gratulierte persönlich. Quelle: Unbekannt

Karl Berg ist 101 Jahre alt geworden. Seine Lebensgeschichte ist bewegend. So lernte er etwa seine Frau kennen, als diese unerlaubte Dinge tat.

Bad CannstattIm Café Bürkle im Kursaal gab es Grund zu feiern: Im Kreise seiner Verwandten, Freunde und Nachbarn feierte Karl Berg seinen 101. Geburtstag. Auch Cannstatt-Schultes Bernd-Marcel-Löffler kam für persönliche Gratulationen vorbei und überbrachte auch Geburtstagsgrüße von Oberbürgermeister Fritz Kuhn.

Doch, dass Karl Berg überhaupt in Bad Cannstatt gelandet ist, war schon eine Tortur. Der gebürtige Augsburger büxte als 16-Jähriger von Zuhause aus und fuhr mit dem Fahrrad nach Hemmingen, wo er sich als Arbeiter in der Landwirtschaft verdingte. Von dort ging es dann weiter in die baden-württembergische Landeshauptstadt. „Dort angekommen habe ich die ersten Nächte unter Bäumen geschlafen“, erzählt er von der Anfangszeit in der Schwabenmetropole. Um ein Auskommen zu haben, begann er eine Bäckerlehre, die er erfolgreich abschloss. Im Zweiten Weltkrieg diente er sechs Jahre als Soldat. Nach dem Krieg landete er wieder in Stuttgart, wo er als Straßenbahnschaffner zu arbeiten begann. Wieder war er allein. „Ich hatte nichts, außer meine Straßenbahnuniform.“ Doch Karl Berg sollte nicht mehr lange allein sein.

Denn während seiner Schaffnertätigkeit lernte er seine spätere Frau kennen. Die er unerlaubterweise beim Springen auf die fahrende Bahn erwischte. „Jetzt machst halt ein bisschen Theater“, dachte er sich und sprach sie an. Als Entschuldigung brachte sie ihm einige Tage später eine Brezel vorbei. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Passenderweise kam Ruth Berg dann auch aus einer alteingesessenen Bäckerfamilie, in deren Geschäft dann auch Karl Berg mit einstieg.

Redet man mit ihm, kommt man unweigerlich auf das Thema Stuttgarter Kickers. Seine große Leidenschaft. Vom Jahr 1935 an war er selbst als Torwart dort aktiv. „Allerdings nicht in der ersten Mannschaft.“ Nach seiner aktiven Fußballer-Zeit begleitete er seine Mannschaft aber zusammen mit seiner Frau auf vielen Auswärtsfahrten, unter anderem nach Frankfurt. Mittlerweile ist er auf seine Lieblingsmannschaft allerdings nicht mehr so gut zu sprechen: „Ich schäme mich für meinen Verein“, sagt er. Es sei tragisch, was aus seinen Stuttgarter Kickers geworden ist, aber natürlich hofft er auf den Aufstieg der Blauen in die Regionalliga im nächsten Jahr.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: