Gewerbeflächen, wie hier entlang der Bahnstrecke, sind in Fellbach begehrt.Luftbild: Storck Quelle: Unbekannt

Fellbach (red) - „Es geht um Flächen, Flächen, Flächen!“ So die Quintessenz von Oberbürgermeisterin Gabriele Zull zum Jahresbericht 2016 der städtischen Wirtschaftsförderung, der im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats vorgestellt wurde.

Die Fellbacher Unternehmen blicken auf ein positives Geschäftsjahr 2016 zurück und auch der Ausblick auf 2017 ist trotz mancher Unsicherheiten - etwa über die Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen - positiv, berichtete die städtische Wirtschaftsförderin Hannah Schröder-Jung.

Auch die Zahl der Gewerbebetriebe in der Stadt ist erneut gestiegen. Ende letzten Jahres waren in Fellbach 2493 Betriebe gemeldet, in Schmiden waren es 1004 und in Oeffingen 594. Dies spreche für die Attraktivität des Standorts, meinte Hannah Schröder-Jung. Auch die Entwicklungen des Einzelhandels würde die positive Entwicklung belegen.

Es gibt aber einen Aspekt, der das gute Lagebild etwas trübt: die fehlenden Gewerbeflächen und damit eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten für Fellbacher Unternehmen und eingeschränkte Chancen für Neuansiedlungen. Die Nachfrage nach Gewerbeflächen sei im vergangenen Jahr auf einem konstant hohen Niveau geblieben, berichtete die Wirtschaftsförderin. Nachgefragt seien vor allem kleinere Flächen bis 1000 Quadratmeter und mittelgroße Flächen bis 2000 Quadratmeter. Dabei gehe es nicht allein um Gewerbegrundstücke. Auch Bestandsobjekte seien nachgefragt allerdings zum Kauf, nicht zur Anmietung.

Handwerksbetriebe hätten den Eindruck, die Wirtschaftsförderung würde sie nur vertrösten, kritisierte Stadtrat Ulrich Lenk (FW/FD). Hannah Schröder-Jung räumte dies ein. Aber es habe einen nachvollziehbaren Grund: „Unsere Reserveflächen sind bei null.“ Die Wirtschaftsförderung könne bei Anfragen deshalb nur bedingt weiterhelfen. Sie hofft auf eine rasche Entwicklung des Gewerbegebiets an der Siemensstraße und des Gebiets Grund VI in Oeffingen.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt hat die Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr auch eine Unternehmensbefragung gestartet, um den zukünftigen Bedarf an Gewerbeflächen zu erheben und ein Konzept für ein Gewerbeflächenmanagement zu entwickeln und umsetzen zu können. Die Entwicklung von Gewerbebrachen stellt sich freilich oft als schwierig heraus, etwa weil sie im Besitz von Erbengemeinschaften mit ganz unterschiedlichen Interessen sind, weiß man im Rathaus. Mit dem Mahle-Areal und dem Bauknecht-Areal gebe es allerdings auch sehr gelungene Beispiele in der Stadt für eine neue Nutzung von Gewerbeflächen, erinnerte Baubürgermeisterin Beatrice Soltys.

Neben dem Gewerbeflächenmanagement ist vor allem der Fachkräftemangel ein Thema, mit dem sich die städtische Wirtschaftsförderung befasst. Um die Fellbacher Unternehmen bei der Mitarbeitergewinnung zu unterstützen, wurde im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing und den Gewerbe- und Handelsvereinen die Internetplattform „Jobmarktplatz“ gestartet. Auch die Förderung der Kommunikation und der Ausbau von Netzwerken ist für die städtische Wirtschaftsförderung ein wichtiges Anliegen. So beteiligte sich Fellbach an den interkommunalen Veranstaltungsreihen „Wissenstransfer Hoch Drei“ und „Rems Talk“. Selbst veranstaltete man das deutschfranzösische Wirtschaftsgespräch und vertiefte die Kontakte zwischen Fellbacher Unternehmen und Unternehmen in den Partnerstädten Erba und Pécs.

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