Vorbereitung für den Kanalbau: In der Arlbergstraße legen die Bauarbeiter unter anderem die im Untergrund liegenden Telekommunikationsleitungen um. Foto:  

Für rund neun Millionen Euro baut die Stadtentwässerung Stuttgart eine neue Regen- und Mischwasserleitung. Die Arbeiter stoßen dabei immer wieder auf Hindernisse im Untergrund.

Untertürkheim - S eit rund einem Monat wird rund um den Arlbergdurchlass und in der Augsburger Straße gebuddelt. Für fast neun Millionen Euro verlegt die Stadtentwässerung Stuttgart (SES) einen neuen Leitungsstrang für Regen- und Mischwasser. Die Wassermengen aus dem Wallmergebiet werden in ihm gesammelt und künftig über die neuen Leitungen und unter dem Arlbergdurchlass hindurch in Richtung Karl-Benz-Platz und von dort teilweise in den Neckar abgeführt. Die rund 500 Meter langen Kanäle werden überwiegend in offener Bauweise, aber auf einem Teilstück rund um den Karl-Benz-Platz auch mittels unterirdischen Vortriebs verlegt. Der Neubau war einerseits wegen eines auslaufenden Durchleitungsvertrages mit der Bahn AG erforderlich, andererseits sind die fast 100 Jahre alten Dolen marode, sagte Projektleiter Hubert Wolf im Herbst den Bezirksbeiräten. Inzwischen hat der Fachmann des Tiefbauamts sein Büro auf dem Karl-Benz-Platz aufgeschlagen – bekommt den Fortschritt vor Ort mit.

„Zur Zeit arbeiten zwei Baukolonnen mit Hochdruck. In der Augsburger Straße wird die neue Leitung zügig verlegt“, sagt Wolf. Die zweite Truppe arbeitet in der Arlbergstraße an der Ecke vor dem Volksbankgebäude. „Zurzeit sind wir dabei, die unterschiedlichen Kabel, die im Untergrund schlummern und stören, zu verlegen.“ Eine mühselige Angelegenheit. Die Bauarbeiter stoßen immer wieder auf Hindernisse. So entdeckten sie ein altes Schachtbauwerk aus Backsteinen und müssen dieses mühsam entfernen. „Leitungen unterschiedlicher Anbieter liegen oftmals kreuz und quer. Immer wieder müssen wir Telekomanbieter bitten, an der Baustelle vorbeizukommen. Sie müssen prüfen, ob die Leitungen verlegt oder getrennt werden können“, so Wolf.

Ende des Monats greift dann noch eine dritte Baukolonne mit ein. Sie wird die Start- und Zielgruben für die Vortriebsmaschine ausheben. Für den unterirdischen Vortrieb sind zwei Startgruben vorgesehen. „Eine wird am Karl-Benz-Platz auf Höhe der Bushaltestelle angelegt, die zweite befindet sich in der Arlbergstraße vor der Volksbank am Württemberg, wo auch das Regenüberlaufbauwerk entsteht.“ Die Vortriebsmaschine wird zuerst von der Startgrube an der Bushaltestelle unter dem Karl-Benz-Platz hindurch zur Zielgrube am Arlbergdurchlass geführt. Dort wird sie geborgen und umgesetzt. Das zweite unterirdische Stück wird von der Startgrube in der Arlbergstraße unter der Bahnunterführung hindurch zur Zielgrube auf der anderen Seite des Arlbergdurchlasses gegraben. Die Bauarbeiten sollen bis April 2022 dauern.

So lange müssen sich die Autofahrer noch auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Der Arlbergdurchlass ist vom Karl-Benz-Platz in Fahrtrichtung Ortskern gesperrt. Wer in den Ortskern gelangen will, muss einen Umweg in Kauf nehmen. Der Verkehr aus Richtung Cannstatt wird über die Mettinger-, Strümpfelbacher-, Stubaier und Oberstdorfer Straße geführt. Die Umleitung aus Richtung Süden erfolgt über die Benzstraße und Alte Untertürkheimer Straße. Viele fahren über den Kreisverkehr in der Mettinger Straße und über das Post-Parkdeck. Wer zur Wallmersiedlung und Dietbachstraße fahren will, muss über die Strümpfelbacher Straße und durch Luginsland fahren. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich der Verkehr eingependelt. Uns kommt aber auch der Lockdown zugute“, weiß Wolf. Sowohl an der Ampel vor der Strümpfelbacher Straße, als auch in der Stubaier Straße bilden sich dennoch Staus.

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