Quelle: Unbekannt

Vier von elf Grillstellen im Unteren Schlossgarten sind nicht mehr nutzbar. Sie wurden wohl mutwillig zerstört. Im Zuge der Erneuerung wird auch über eine Sanierung der kompletten Anlage nachgedacht.

Stuttgart-OstAn warmen Sommertagen, bevorzugt an Wochenenden, bleibt keiner der zehn Betongrills im Unteren Schlossgarten kalt, werden daneben noch mitgebrachte Grills aufgestellt. Die vielen vorhandenen hölzernen Sitzgelegenheiten reichen dann längst nicht mehr aus und die Liegewiese direkt daneben macht ihrem Namen alle Ehre. Seit Ende Juli zeigt sich dort allerdings ein anderes Bild. Vier der zehn Grills sind schwer beschädigt, nicht mehr nutzbar und zur Sicherheit umzäunt. Dementsprechend mau sieht es mit Besuchern in den Abendstunden in den letzten Tagen auch aus. Den Zustand der Grillstellen mokiert auch die SPD in Stuttgart-Ost. Auf Facebook schreiben sie: „Wann will das Land endlich aktiv werden und diesen untragbaren Zustand beenden.“

„Wie und was genau passiert ist, wissen wir nicht. Der Kioskbesitzer von gegenüber meinte aber, es sei Vandalismus gewesen. Davon gehen wir auch aus“, sagt Daniela Heuss-Mehlig, vom Landesbetrieb Vermögen und Bau, die für den Schlossgarten zuständig ist. „Die Grillstellen wurden schon hin und wieder Opfer von Vandalismus und wurden immer wieder repariert, aber so schlimm war es noch nie.“

Ersatz erst 2020

Einige der Grillstellen seien so beschädigt, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist. „In der Form wie sie waren, wird es die Grillstellen, die jetzt völlig zerstört sind, nicht mehr geben“, so Heuss-Mehlig. Da der Grillplatz aber der einzige in dieser Größe in der Innenstadt sei und auch sehr gut genutzt werde, werden die Grillenstellen auf jeden Fall ersetzt. Jedoch nicht vor der nächsten Grill-Saison 2020. Und auch die Aufräumarbeiten werden noch ein wenig dauern. „Da gerade Urlaubszeit ist und die zuständige Firma wenig Kapazitäten hat, werden die Betonteile, die durch den Vandalismus auf dem Boden liegen, Ende August entfernt.“

Im Winter wolle man dann überlegen, wie die Grillstellen ersetzt werden können. Doch die Pläne des Landes beziehen sich nicht nur auf die Feuerstellen, sondern bindet das ganze Areal mitsamt Tischtennisplatten und Kiosk-Gebäude mit ein. „Wir sind gerade in Überlegungen, was man dort anders gestalten kann. Sicher ist nur, dass die WC-Anlage und der Kiosk gebraucht werden.“ Es sei durchaus möglich, dass man das Gebäude sanieren werde und danach neben der Kiosk-Nutzung noch anderes damit vorhat. Genaue Pläne seien allerdings noch nicht gemacht worden. Diese Überlegungen sind nicht neu. Bereits vor einigen Jahren gab es dazu Forderungen im Stuttgarter Bürgerhaushalt. Auch der damalige Bezirksvorsteher von Stuttgart-Ost, der jetzige SPD-Fraktionschef im Rathaus, Martin Körner, hat schon im Jahr 2016 beim zuständigen Wirtschaftsministerium nachgefragt, wie es um die Sanierung der Toilettenanlage und des Kiosks steht. Die Antwort damals: Man mache sich Gedanken und die Maßnahmen würden im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten im Jahr 2017 begonnen werden. In besagtem Jahr drohte das Land dann mit einem ersatzlosen Abriss von Kiosk und Toilette. Der Grund: Der Entwurf des Neubaus wurde vom Gestaltungs- und dem Bezirksbeirat abgelehnt. Von Seiten der Stadt hieß es, die Planung des neuen Gebäudes müsse zum Unteren Schlossgarten passen. Das tat sie nach Meinung der Verwaltung aber nicht, sodass das Baurechtsamt keine Befreiung vom gültigen Bebauungsplan in Aussicht stellen konnte.

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