Zu verstärktem Teamwork gibt es keine Alternative. Foto: dpa/Ralf Hirschberger

Die aktuellen Krisen werden Firmen nur überstehen, wenn sie im Rahmen von offener Innovation verstärkt an einem Strang ziehen, sagt Andreas Geldner.

Krieg und Krise, Cyberangriffe und wacklige Lieferketten – zurzeit passen die Themen Sicherheit und die Entflechtung von Abhängigkeiten zum Zeitgeist. Ausgerechnet jetzt vermehrt seine Daten teilen und sich mehr für Kooperationen öffnen? Was wie ein Widerspruch klingt, passt eigentlich genau zusammen.

Patente sind nicht alles

Seit Jahren versucht unter anderem die Landesregierung in Baden-Württemberg mit seinen kleinen und mittleren Unternehmen, die eifersüchtig ihre Weltmarktführerschaft hüten, zu mehr Offenheit und Teamarbeit über das eigene Unternehmen hinaus zu ermuntern. Dazu gehören Kooperationen mit Start-ups oder Hochschulen genauso wie unternehmensübergreifende Entwicklungen, bei denen man auch Daten teilt, die man bisher für sich behalten hätte.

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Dieses Konzept ist in der digitalen Welt unter der Überschrift „offene Innovation“ schon lange etabliert. Es ist auch kein Widerspruch zum maximalen Schutz vor Datenklau: Wer seine Daten gut schützt, bestimmt selber, mit wem er seine Informationen teilt. Deshalb muss man die traditionelle Sicherheitskultur in schwäbischen Unternehmen nicht aufgeben. Denn kreative Entwicklung ist das eine, solide, sichere Produktion das andere – auch hier widerspricht nicht das eine dem anderen.

Mentale Hürden

Es sind also weniger technologische Hürden, sondern eher mentale Hindernisse, die Öffnung und Kooperation im Weg stehen. Doch gerade Zeiten der Unsicherheit zwingen verstärkt dazu. Welches Unternehmen kann sicher wissen, ob es in zehn Jahren noch in der bisherigen Form existiert? Wenn sich Unternehmen diese Fragen gemeinsam stellen, gewinnen nicht nur sie selbst, sondern dann auch der Wirtschaftsstandort insgesamt.