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lljährlich nehmen etwa 8500 Stuttgarter Kinder an den Ferienangeboten der 29 Ferien- und Waldheime in Stuttgart teil. Doch seit Jahren kämpfen die Institutionen mit sinkenden Anmeldezahlen.

Bad Cannstatt Alljährlich nehmen etwa 8500 Stuttgarter Kinder an den Ferienangeboten der 29 Ferien- und Waldheime in Stuttgart teil. Doch seit Jahren kämpfen die Institutionen mit sinkenden Anmeldezahlen. Vor allem im Stuttgarter Osten – bei den Waldheimen auf der Waldebene, Raichberg und Marienburg – befinden sich die Teilnehmerzahlen im Sinkflug. Der Hauptgrund: Das Ferienbetreuungsprogramm der Ganztagsschulen, die es in hoher Dichte im Osten gibt, sagt Jörg Schulze-Gronemeyer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Kinderstadtranderholung.

Problem Ganztagsschule

Die Ganztagsschulen seien deshalb ein Problem, weil deren Ferienbetreuung nicht extra kosten würde und viele Eltern für Waldheimferien nicht draufzahlen wollen, sagt Isabelle Ehringer, mitverantwortliche Leiterin beim Waldheim Raichberg. Ein weiterer Grund sei der Stutengarten, sagt Kim-Sara Schleicher, pädagogische Leiterin beim Marienburg-Waldheim: „Wir befinden uns in Wangen und viele dort lebende Kinder gehen eher zum Stutengarten.“ Doch wie sieht es bei den Waldheimen diesseits des Neckars aus?

Ähnlicher Grundtenor

In Bad Cannstatt und den unteren Neckarvororten sind die Anmeldezahlen unterschiedlich. Aber: Der Grundtenor ähnelt dem in Stuttgart-Ost. Als Negativbeispiel zeigt sich das Otto-Riethmüller-Haus im Cannstatter Stadtteil Birkenäcker. Dort sind die Anmeldezahlen gesunken. Gerade einmal die Hälfte der 100 Plätze seien bisher belegt worden, sagt Ute Mohme, die Waldheimleiterin. „Das war die letzten Jahre auch schon so.“ Das Waldheim ist also auch vom Trend betroffen. Als Grund sieht Mohme vor allem die Ganztagsschule. Den gleichen Grund hat auch Thomas Sereke, Verantwortlicher für das Waldheim auf dem Cannstatter Stadtteilbauernhof ausgemacht. „Früher waren am Tag des Anmeldestarts schon alle Plätze voll, jetzt dauert das alles viel länger.“ Das Waldheim dort ist inklusiv: Das bedeutet, dass Kinder mit und ohne Behinderung teilnehmen können. „Bei den Kindern mit Behinderung ist der Bedarf sehr hoch und es gibt viele Anmeldungen.“

Beim Waldheim Lerchenheide läuft die Anmeldungsphase „zweigeteilt“, wie Sabine Kraus, die Waldheimleiterin, sagt. Die ersten beiden Ferienwochen seien fast voll, wobei in den Wochen drei und vier fast noch die Hälfte der Plätze frei seien. Dafür macht sie neben den vermehrten Urlaubsreisen in diesen Wochen und dem Stutengarten auch die Bonuskartenvergabe verantwortlich. Dort sind die Einkommensgrenzen nach oben verschoben worden, sodass weniger Familien in den Bonuskarten-Bereich fallen. „Viele Familien können sich die Waldheime so nicht leisten“, sagt sie. Auch das Waldheim St. Barbara in Hofen verzeichnet weniger Anmeldungen, so hat man in den ersten beiden Wochen bisher 20 Kinder weniger als im Vorjahr, in der dritten sind es sogar fast 30. Als Grund sieht man aber hier vor allem interne Umstrukturierungen. Die neue Leiterin Manon Hettich ist erst seit Mai dieses Jahres im Amt, deshalb war lange nicht klar, ob die Waldheimferien überhaupt stattfinden. „Viele Eltern haben deshalb wahrscheinlich schon andere Plätze für ihre Kinder gesucht“, sagt Hettich.

Das einzige Waldheim, das gegen den Trend schwimmt, ist in Steinhaldenfeld. „Wir haben dieselben Zahlen wie letztes Jahr. Wir sind zufrieden“, sagt Leiterin Anita Rösslein. Der erste Zeitraum vom 5. bis 17. August ist schon ausgebucht. Beim zweiten Abschnitt vom 19. bis 31. August sind noch wenige Plätze frei.

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