Eines der Rettungsboote: Nur wenige Schafe konnten gerettet werden Foto: IGSU Romania

Kurz nach der Abfahrt ist am Sonntag der Frachter „Queen Hind“ vor der rumänischen Küste gekentert. Bei dem Unglück konnte die Besatzung zwar vollständig gerettet werden, aber nur ein Bruchteil der 14.600 Schafe an Bord überlebte.

Năvodari - Vor der Küste Rumäniens ist ein Frachter mit 14.600 Schafen an Bord verunglückt. Der Viehfrachter „Queen Hind“ kenterte am Sonntag aus zunächst ungeklärter Ursache kurz nach der Abfahrt vom Hafen Midia an der Schwarzmeerküste Rumäniens, wie die Rettungskräfte mitteilten. Die Besatzung und 32 Schafe konnten gerettet werden.

Die „Queen Hind“, die unter der Flagge des Inselstaats Palau im Pazifischen Ozean fährt, war auf dem Weg nach Saudi-Arabien. Der Verband der rumänischen Viehzüchter und -exporteure forderte eine sofortige Untersuchung. Der Verband sei „entsetzt“ über das Unglück, erklärte Verbandspräsidentin Mary Pana. „Wenn wir das Vieh auf Langstreckentransporten nicht schützen können, müssen diese gänzlich verboten werden.“

Auch Tierschützer verlangten eine Untersuchung. Gabriel Paun von der Organisation Animals International sagte, das Schiff sei möglicherweise überladen gewesen. Die „Queen Hind“ habe schon einmal Motorprobleme gehabt.

Rumänien ist nach Großbritannien und Spanien der größte Schafproduzent der EU. Die meisten Tiere werden in den Nahen Osten und die Golfregion exportiert. Tierschützer kritisieren die Viehfrachter, von denen jedes Jahr rund hundert am Hafen Midia in See stechen, als „Todesschiffe“. Im Sommer leiden die Tiere unter extremer Hitze in den Laderäumen.

EU-Lebensmittelkommissar Vytenis Andriukaitis hatte Rumänien im Juli aufgefordert, den Transport von 70.000 Schafen in die Golfregion aus Tierschutzgründen zu stoppen, und Ermittlungen der EU-Kommission gefordert.

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