Vom Podcast „Hotel Matze“ gibt es bereits über 100 Folgen. Foto: imago images/Cavan Images/ via www.imago-images.de

Im „Hotel Matze“ dauern die Gespräche mit Toni Kroos, Heiko Maas, Andrea Petcović oder Katja Riemann schon einmal zwei bis drei Stunden. Für wen sich der Podcast eignet, zeigt unsere Rezension.

Stuttgart - Einen interessanten Gesprächspartner, intime Atmosphäre und einen unaufgeregten Moderator, mehr braucht es nicht im Podcast „Hotel Matze“. Matze Hielscher trifft Musiker, Schauspieler, Unternehmer und weitere Persönlichkeiten zum Interview. Der Podcast im Überblick:

Die Protagonisten

Matze Hielscher ist die Stimme des Podcasts. Er hat das digitale Stadtmagazin „Mit Vergnügen“ mitgegründet, das in Berlin, Hamburg, München und Köln vertreten ist. Früher war er Bassist der Indieband „Virginia Jetzt!“, die sich 2010 auflöste. Den Podcast „Hotel Matze“ startete er 2016. Die Gesprächspartner von Hielscher kommen aus den verschiedensten Bereichen, überwiegend aus Kultur, Sport, Medien, Politik oder Wissenschaft. Die Bandbreite reicht somit von Campino von den Toten Hosen über Sophie Passmann und Heiko Maas bis zu Katja Riemann.

Darum geht’s

Die Folge startet mit einem O-Ton des Gastes aus der aktuellen Folge und einer knappen Zusammenfassung von Matze Hielscher, die nach dem Gespräch aufgezeichnet wurde. Die Hörer bekommen so einen Eindruck davon, was sie in den nachfolgenden Minuten erwartet. Hielscher möchte von seinen Gästen erfahren, was sie machen, was sie inspiriert, wie sie ticken und wie ihr Alltag aussieht. Im Interview selbst gibt es keine Einspieler oder Kategorien. Nur die Frage am Schluss bleibt immer gleich: Was soll eine Woche lang am Alexanderplatz für alle Berliner auf einer Plakatwand zu lesen sein? Nach dem Interview zieht Hielscher ein Fazit und schildert seinen Eindruck des Gesprächs. Mit an die Hand gibt er oftmals eine Podcastempfehlung. Die Folgenlänge variiert jedes Mal, sie reicht von unter einer Stunde bis zu über drei Stunden.

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Die Stimmen

Konstant bleibt durch die wechselnden Interviewpartner nur die Stimme von Matze Hielscher. Mit angenehmer Tonlage führt er durch die Folge. Ein Tick mehr Dynamik würde nicht schaden, gerade weil die Länge des Formats die Gefahr birgt, dass es mit der Zeit ermüdend wird. Im Gespräch mit seinen Gästen beweist er sich als aufmerksamer Zuhörer und hakt an den richtigen Stellen nach.

Suchtfaktor oder Abschaltgefahr?

Beides. Wer es kurz und knackig mag, ist bei diesem Format falsch. Die Gespräche können durchaus zwei Stunden und länger dauern. Eine Länge, die oft zwangsläufig dazu führt, dass eine Unterbrechung notwendig ist. Beim erneuten Start muss man erst wieder reinkommen. Auf der anderen Seite besticht der Podcast mit der Auswahl seiner Gesprächspartner, die einerseits bunt gemischt ist, aber auch Gäste beinhaltet, die man noch nicht in fünf weiteren Formaten gehört hat. Im „Frisch an die Arbeit“-Podcast verriet Hielscher das Geheimnis seiner Interviews: „Ich halte mich an Roger Willemsens Ratschlag: Frag nur das, was dich interessiert.“ Dass der Podcaster dieser Empfehlung folgt, merkt man. Vielleicht ist das der Grund, wieso das Format so erfolgreich ist.

Info

„Hotel Matze“ erscheint wöchentlich auf der Homepage von „Mit Vergnügen“, bei Apple Podcasts, Spotify und SoundCloud.

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