Mit der roten Schleife drücken die Menschen am Welt-AIDS-Tag ihre Solidarität gegenüber HIV-Infizierten und AIDS-Kranken aus. Foto: EZ - dpa

Besonders im Südwesten sind Therapien gegen das Virus und dessen Erkennung oft frühzeitig möglich und daher von Erfolg gekrönt. Dennoch starben letztes Jahr 45 an der Krankheit.

Stuttgart (dpa/lsw)Die Versorgung von HIV-infizierten Menschen ist im Südwesten überdurchschnittlich gut: «Bei Erkennung des Virus', Therapie und Therapieerfolg schneidet Baden-Württemberg im Vergleich der Länder besonders gut ab», sagte die Epidemiologin Viviane Bremer vom Robert-Koch-Institut (RKI) der Deutschen Presse-Agentur zum Welt-Aids-Tag am Sonntag (1. Dezember). 91 Prozent (im Bund: 88) aller HIV-Infektionen werden laut RKI diagnostiziert, davon 93 Prozent therapiert, davon wiederum 95 Prozent mit Erfolg.

Eine weitere gute Nachricht: Die Neuinfektionen durch homosexuelle Kontakte sind seit 2013 rückläufig. Mit einer speziellen Therapie lasse sich das Virus im Blut innerhalb von drei bis vier Monaten stark reduzieren. So stelle auch ungeschützter Verkehr für HIV-Positive und deren Partner keine Gefahr mehr dar, sagte Bremer. Die Zahl aller neu mit HIV diagnostizierten Menschen geht seit 2017 zurück und lag 2018 bei 230.

Mehr als 10 700 Menschen, die sich HIV oder Aids bereits vor längerer Zeit zugezogen haben, leben derzeit im Südwesten. Das sind 750 mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Frauen liegt bei 26 Prozent, sie haben sich größtenteils durch Kontakte mit HIV-positiven Männern infiziert. 5600 Männer haben sich beim Sex mit Männern angesteckt, 1700 Menschen bei heterosexuellen Kontakten. Auf verunreinigte Nadeln und Spritzen sind 1400 Fälle zurückzuführen. Dabei ist der Zuwachs über alle Betroffenengruppen hinweg laut Bremer größtenteils wahrscheinlich auf Zuwanderung zurückzuführen. Im Jahr 2018 starben 45 Menschen mit HIV.

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