Am 7. Mai feiert der Heslacher Tunnel 25. Geburtstag. Am 4. Juni folgt ein Tag der offenen Tür.

 Foto: Steegmüller - Symbolbild Steegmüller

Von Sebastian Steegmüller

Stuttgart - Am 7. Mai feiert der Heslacher Tunnel seinen 25. Geburtstag. In die Jahre gekommen ist das 2,3 Kilometer lange Bauwerk dennoch nicht. In den vergangenen Jahren hat die Stadt die Sicherheitstechnik auf Vordermann gebracht. 2012 wurden immerhin 30 Millionen Euro in Stuttgarts längsten Tunnel investiert. „Er ist auf neuestem Stand“, sagt Claus-Dieter Hauck vom Tiefbauamt.

Bis zu 50 000 Autos fahren täglich durch den Heslacher Tunnel im Stuttgarter Süden. Unbeobachtet bleibt davon keines. Mit rund 70 Kameras - mehrere davon schwenkbar - wird jeder Winkel und jede Rundung der Röhren überwacht, die den Schattenring mit dem Marienplatz verbinden. Die Bilder werden direkt in die Verkehrsleitzentrale in Bad Cannstatt übertragen. Aufgezeichnet wird jedoch erst, sobald ein Alarm ausgelöst wird, ansonsten stehen die Festplatten still. „Unfälle sind glücklicherweise die Ausnahme“, so Hauck, verantwortlich beim Tiefbauamt für Brücken- und Tunnelbau. Statistisch gesehen sei der 1991 gebaute Tunnel sicherer, das Unfallgeschehen dort geringer, als ansonsten auf den Straßen in der Innenstadt. „Es gibt keine Kreuzungen und Ampeln.“ Und dennoch kracht es rund 40 Mal im Jahr. „Weil die Geschwindigkeiten insgesamt niedrig sind, sind es meistens Rempler.“ Auch ein Lastwagenfahrer schätze ab und an mal die zugelassene Gesamthöhe von 4,50 Metern falsch ein oder wolle einfach nicht glauben, dass sein Sattelzug nicht durchpasst. Der letzte schwere Unfall hat sich im Oktober 2013 ereignet. Damals brannte an einem Samstagnachmittag ein Auto mitten im Heslacher Tunnel komplett aus.

Glücklicherweise konnten sich die Insassen selbstständig retten, auch sonst wurde niemand verletzt. Und das, obwohl die Rauchentwicklung enorm gewesen ist, der Tunnel für mehrere Stunden gesperrt werden musste. Dass nicht mehr passiert ist, ist wohl auch zahlreichen Sicherheitsmechanismen zu verdanken. Sie wurden nicht ganz freiwillig verbaut. Wegen Brandkatastrophen, wie 1999 im Mont-Blanc- und im Tauerntunnel, wurden die Richtlinien deutlich verschärft. 2005 und 2006 wurden zunächst in einer ersten Stufe ein zusätzlicher Fluchtstollen gebaut und ein vorhandener verlängert. Maximal 300 Meter betragen die Abstände zwischen Fluchttüren seither. Darüber hinaus wurden 2007 die Fluchtwegbeleuchtung sowie fluoreszierende Markierungen realisiert.

Der größte Sprung wurde jedoch 2012 mit der Erneuerung der Lüftungsanlage gemacht. Schon im Alltagsbetrieb wird vom Südheimer Platz und vom Marienplatz ständig Frischluft in die Röhren gepumpt. „Die Abgasteile werden so um das bis zu 1000-fache verdünnt und anschließend über einen Kamin am Dornhaldenfriedhof in hohe Sphären verwirbelt“, sagt Hauck.

Für den Ernstfall wurde zudem eine Anlage verbaut, die Rauchgase über 38 Klappen absaugt. Im Zuge dessen wurde zudem eine automatische Brandmeldeanlage installiert und das Funksystem des Rettungsdienstes erneuert. Sollte der Strom in dem Tunnel ausfallen, wird es nicht dunkel. Ein ganzes Bataillon an Batterien greift ohne Unterbrechung ein. Bis zu einer Stunde lang garantieren sie den Betrieb der Brandmeldeanlage, der Kameras und der Beleuchtung. Anschließend übernimmt ein Diesel-Notstromaggregator die Arbeit.

Am Samstag, 4. Juni, findet im Heslacher Tunnel ein Tag der offenen Tür statt. Führungen gibt es um 11, 13 und 14.30 Uhr. Eine Anmeldung ist unter Telefon 0711/216-80265 oder per Email an 66-4VZ@stuttgart.de erforderlich.

Richtiges Verhalten in einem Tunnel

Stau: Warnblinker einschalten, Gasse für Einsatzfahrzeuge bilden und Abstand halten. Bei längerem Stillstand den Motor abstellen und auf Rundfunk- sowie Lautsprecherdurchsagen achten.

Panne: Warnblinker einschalten, Fahrzeug rechts oder in Pannenbucht abstellen, Motor aus, Zündschlüssel stecken lassen, Warndreieck aufstellen und Panne an Notrufstation melden.

Unfall: Ähnliches Verhalten wie bei einer Panne. Wenn möglich aus dem Tunnel herausfahren. Ansonsten Unfallstelle absichern und im Notfall Erste Hilfe leisten.

Feuer im eigenen Fahrzeug: Verhalten wie bei einem Unfall. Darüber hinaus Feueralarm an der Notrufstation auslösen. Soweit möglich, Feuer selbst löschen. Ansonsten Tunnel schnellstmöglich über Notausgang verlassen.

Feuer im fremden Fahrzeug: Auch als Unbeteiligter Warnblinker einschalten, Abstand halten, Motor abstellen und Zündschlüssel stecken lassen. Falls noch nicht geschehen, Feueralarm an der Notrufstation auslösen, Hilfe leisten. Wenn das Feuer nicht löschbar ist, Tunnel schnellstmöglich über Fluchtwege verlassen.

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