Der Platz wird als neue Ortsmitte gesehen. Foto: Iris Frey - Iris Frey

Bei einem Workshop haben rund 70 Teilnehmer über den Städtestrukturplan für Mühlhausen miteinander im Bezirksrathaus diskutiert und Vorschläge gemacht.

Mühlhausen Mühlhausen soll städtebaulich auf Vordermann gebracht werden. Deshalb wird ein Strukturplan erstellt. Kürzlich tagte nun ein Workshop im Palmschen Schloss zur Weiterentwicklung mit Bürgern, Architekten und Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann. Der Bezirksvorsteher zog am Ende eine positive Bilanz: Trotz Hitze sind 70 Bürger gekommen. „Es war eine engagierte Diskussion“, so Bohlmann. Jetzt sei die Verwaltung gefordert, aus den Vorschlägen, etwas ordentliches zu machen. Die Isa-Architekten vom Internationalen Stadtbauatelier hätten zuerst eine Einführung gegeben und auch über die Ergebnisse bei der Auftaktveranstaltung berichtet und in welche Richtung der nächste Schritt gehen kann.

In acht Arbeitsgruppen wurden verschiedene Themen bearbeitet: Eine Gruppe beschäftigte sich mit der Identität: Mühlhausen als Dorf und Teil der Landeshauptstadt. „Der Tenor war, dass Mühlhausen auch ein Dorf ist, doch nur in den Randbereichen, an der Kaufland-Kreuzung gibt es kein Dorf-Gefühl“, so Bohlmann. Die Bürger durften beraten, wo es sinnvoll ist, die urbane Qualität auszubauen.

Beim Thema Ortskern wurde die Frage nach der neuen Mitte diskutiert. Die Bürger bezeichneten das Veitsplätzle als den aktuellen historischen Ortskern, doch es sei zu wenig. Zukünftig sahen sie den Ortskern im Bereich der Arnoldstraße, Turn- und Versammlungshalle und bei der Buswendeschleife auch mit dem Eingangsbereich beim Fressnapf. Zum Bereich an der Versammlungshalle hat der Bezirksbeirat kürzlich auf Antrag der CDU eine „Aufhübschung“ in einer Absichtserklärung beschlossen. So solle demnach der zentrale Bereich in Mühlhausen gereinigt und gepflegt werden. Bohlmann verwies darauf, dass es dort erste Pflanzmaßnahmen jüngst gegeben habe.

Das Neckarufer war beim Workshop Thema. Dabei ging es um die Zugänglichkeit, was da gemacht werden kann. „Es sollte mit einer Bebauungsveränderung einher gehen integriert mit Wohnen und Treppen“, berichtet Bohlmann. Erste Vorstellungen gab das Projekt Wechsel der Universität Stuttgart bereits und auch die „Stadt am Fluss“ von Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Zum Thema Neuordnung des Kaufland-Areals wurden Vorschläge gesammelt. Hier könnten barrierefreie Wohnungen entstehen, unten einkaufen, oben Wohnen. Die Aldinger Straße wurde beleuchtet, so gab es Vorschläge für Untertunnelung oder Überdeckelung als Alternative. Auch solle bei einer Umgestaltung die Straße nicht alles zerschneiden, sondern durchlässig sein. „Wenn man da einen Boulevard machen würde, wäre es eine Qualitätssteigerung“, so der Bezirksvorsteher als Resümé. Auch mit dem Thema Ortseingänge beschäftigte sich der Workshop, das Gelände beim Fressnapf, der Übergang von Alt-Mühlhausen zum Neckar. „Der sieht momentan nach nichts aus“, so Bohlmann. Sonstige Nutzungen wurden beraten wie sinnvolle Orte für altersgerechtes Wohnen, einen möglichst zentralen Treff für Jugendliche wurde gewünscht. Beim Punkt kleine Orte mit besonderer Qualität wurde festgestellt, dass es an einer Einrichtung für Jugendliche fehle. Altersgerechtes Wohnen wurde für das Kaufland-Areal vorgeschlagen und an der Engelburg eine Saison-Gastronomie. Am Neckar wurden Hausboote und Stege zum Aufhalten vorgeschlagen.

Zum Thema Schafhaus wurde laut Bezirksvorsteher darüber gesprochen, welchen Charakter das Schafhaus als Stadtteil haben sollte, dass es ein integrierter Ort werde wie die Erschließung und Infrastruktur. Dabei sei darüber geredet worden, dass eine Umgehungsstraße eher nicht gewünscht wird, weil sie Verkehr eher anziehe, sondern vielmehr eine Straße, die von unten in das neue Wohngebiet führe und sich dort verästele. Auch sei gewünscht worden, dass es keine Trennung von Schafhaus zu Alt-Mühlhausen gebe. Im Weidenbrunnen solle es keine scharfe Trennlinie geben, sondern gestalterisch einen übergangsfreien Bereich. Von der Bebauung her sage die Stadt, dass eine Mischbebauung gewünscht sei von Eigentum und Miete, Mehrfamilienhäuser und kleine Häuser.

Die Infrastruktur solle auch Grünzungen enthalten. Auch über die Erschließung durch Nahverkehr, Bus oder U14 sei gesprochen worden und ein Quartiersparkhaus. Dies werde auch noch im Verkehrsstrukturplan behandelt, so Bohlmann. Am 19. Juli soll es nachmittags zu beiden Themen Verkehr und Städtebau den nächsten Workshop geben.

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