Baubürgermeisterin Beatrice Soltys und Oberbürgermeisterin Gabriele Zull (r.) präsentieren zusammen mit den Architekten den Siegerentwurf. Foto: Stadt Fellbach (z) - Stadt Fellbach (z)

Eine wichtige Weiche für die Neuordnung des ehemaligen Freibad-Geländes an der Untertürkheimer Straße ist gestellt. .Der Architektenwettbewerb ist entschieden. 300 Wohnungen sind geplant.

Fellbach Das Gelände sei „heiß begehrt und mit vielen Wünschen behaftet“, fasste Oberbürgermeisterin Gabriele Zull zusammen, als sie das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs für das ehemalige Fellbacher Freibadgelände präsentierte. Die Wettbewerbsjury hat entschieden, dass das 4,2 Hektar große Areal an der Untertürkheimer Straße in den kommenden Jahren nach den Entwürfen des Tübinger Architekturbüros Hähnig und Gemmeke, die zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Stefan Fromm arbeiten, entwickelt wird.

Auch wenn die Bagger wahrscheinlich erst im Jahr 2022 anrollen, haben die Planer in den kommenden Monaten viel zu tun: Noch gibt es keine aufgeteilten Grundstücke in dem Areal und es liegt kein Bebauungsplan vor. Die gesamte Detailplanung bis zur Vermarktung der Flächen in Fellbachs Süden soll in den kommenden Monaten auf den Weg gebracht werden. Grundlage für die Feinplanungen ist der Entwurf des Tübinger Büros, das „verschiedene Wohntypologien“ miteinander verbindet. „Wir geben eine sogenannte robuste Städteplanung vor, die streng aussieht, aber eine große Vielfalt ermöglicht“, erklärte Architekt Anthony Carimando.

Platz für Singles, Familien, Senioren

„Wir wollen, dass Singlehaushalte und Familienwohnungen entstehen, Senioren eine Bleibe finden und Platz für Baugemeinschaften besteht“, erläuterte Baubürgermeisterin Beatrice Soltys die Wünsche der Kappelbergstadt. Auch ein Kindergarten wird derzeit in dem neuen Quartier mitgeplant. Es gehe um die richtige Mischung sowie verschiedene Wohn- und Preisgefüge. „Natürlich wird es auch mietgeminderten Wohnraum geben“, betonte die Bürgermeisterin. Knapp ein Drittel der Wohnfläche soll nach den Richtlinien der Stadt so vergeben werden.

Das Tübinger Architekturbüro setzt auf vier Quartiere mit verschiedenen Grünflächen, die auf den 4,2 Hektar entstehen sollen. Dabei beziehen die Planer die bestehenden Gegebenheiten gekonnt mit ein. Ein „Freibad-Wäldchen“ wird den „grünen Stadteingang“ bilden und über eine grüne Achse mit den beiden weiteren Plätzen im Areal verknüpft. „Wir geben so der Alten Kelter Raum, erschlagen sie nicht durch einen Hochbau und ermöglichen einen guten Übergang zum Kappelberg“, stellte Stefan Fromm fest. Das Quartier wird möglichst autoarm, aber mit ausreichend Parkflächen in den Tiefgaragen geplant.

Sprungturm als Kunstwerk

Die Quartiersmitte wird als Treffpunkt mit öffentlicher Nutzung angedacht, während die Wohnungen im Erdgeschoss private Grünflächen erhalten. Teile der ehemaligen Lindenallee sowie nahezu die gesamte Randbegrünung bleiben erhalten, außerdem sind weitere Reminiszenzen an das alte Freibad angedacht: So wird der Quartiersplatz mit einem Wasserbecken versehen und der alte Sprungturm könnte als Kunst erhalten bleiben. „Wir brauchen Erinnerungen“, ist Landschaftsarchitekt Fromm überzeugt.

Insgesamt werden auf dem Gelände voraussichtlich ab 2025 knapp 300 Wohneinheiten entstehen, in denen über 600 Menschen leben können. Doch neben den Gebäuden wird das „Grün“ der bestimmende Faktor sein. Grüne Achsen, hochwertige Bepflanzungen, Freiflächen, die gemeinsam oder auch privat genutzt werden sowie das gestaltete „Freibad-Wäldchen“ geben dem Quartier eine eigene, hochwertige Note, sind die Planer überzeugt. red

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