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Am 26. August ist Tag des Toilettenpapiers. Da lohnt es sich, die Vielfalt des Hygieneartikels zu bestaunen. Feuchtes Toilettenpapier bereitet Klärwerken Sorgen. Es führt zu Verstopfungen an den Pumpen.

Mühlhausen Knüller oder Falter? Worüber sich vermutlich die meisten Menschen noch nie Gedanken gemacht haben, beschäftigt die Hersteller von Toilettenpapier. Wann, wenn nicht am heutigen Tag des Toilettenpapiers, sollte man sich mit Fragen wie dieser auseinandersetzen?

Während zum Beispiel die meisten Amerikaner das Papier zusammenknüllen, sind mehr als 70 Prozent der Deutschen Falter: Sie legen die Blätter zusammen. Dafür muss das Papier dick und reißfest sein. Und so schließt sich gleich die nächste Frage an: Ein-, zwei-, drei- oder vierlagig? Denn glaubt man den Entwicklern, bevorzugen insbesondere die Falter mehrere Lagen.

Verstopfte Pumpen

Außer trocken auf der Rolle gibt es seit 1958 auch feuchtes Toilettenpapier. Und das macht – wird es über die Toilette entsorgt – vor allem im Klärwerk Probleme. Denn es ist, anders als herkömmliches Toilettenpapier, besonders reißfest. Das liegt an einer Mischung aus Viskose, die aus Zellstoff hergestellt wird, und Chemiefasern. Und darin liegt das Problem: Reißfest in der Handhabung bedeutet auch reißfest bei der Abwasserklärung.

Während normales Toilettenpapier innerhalb weniger Minuten in kurze Zellulosefasern zerfällt, lösen sich Feuchttücher erst nach Stunden und dann höchstens in lange Fasern auf. Das führt dazu, dass die Pumpen im Klärwerk durch die Tücher verstopft werden. Im besten Fall sind die Pumpen verstopft, im schlechtesten Fall müssen sie wegen eines Schadens ausgetauscht werden. Das kann bis zu 100 000 Euro kosten. Wobei sich diese Ausgaben auf die Abwassergebühr auswirken und letztlich von allen Bürgern bezahlt werden müssen.

Mit der unsachgemäßen Entsorgung der Tücher über die Toilette schneidet sich der Verbraucher somit langfristig ins eigene Fleisch.

Zwar ist auf vielen Verpackungen der Hinweis „spülbar“ oder „biologisch abbaubar“ abgedruckt und suggeriert, dass die Entsorgung via Toilette problemlos möglich wäre. Dies ist allerdings ein Trugschluss. Denn spülbar heißt nicht, dass die Tücher auch pumpbar sind. Wenn ein Feuchttuch die WC-Schüssel und die Rohre im Haus hinunter gespült wurde, fängt das Problem erst an. Zunächst haben die Pumpen innerhalb der Kanalisation mit den Tüchern zu kämpfen, später bereiten sie den Maschinen im Klärwerk Probleme. Feuchte Tücher – ob Toilettenpapier oder Haushaltstücher – haben in der Toilette nichts zu suchen, auch wenn die Hersteller da anderer Meinung sind. Daher sollten feuchte Tücher besser über den Müll entsorgt werden. Denn Müllverbrennungsanlagen sind besser auf die Fliestücher eingestellt.

Mediziner raten übrigens auch von feuchtem Toilettenpapier ab. Der Grund: Es enthält oft Desinfektionsmittel, Konservierungsstoffe und anderen Chemikalien, die die Haut reizen.

Ob auf der Rolle oder als feuchtes Tuch, die Auswahl an Toilettenpapier ist immens: Mehr als 85 unterschiedliche Sorten sind auf dem Markt. Dabei gibt es fast nichts, was es nicht gibt: Manches riecht nach Kamille, Mandelmilch, Weihnachten oder nach Zuckerwatte – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Gleiches gilt bei der Farbe: blau, gelb oder pink – nichts ist unmöglich. Auch bedruckte Motive sind seit Jahren in Mode: Die klassischen Blümchen-Motive wurden abgelöst durch Regenbogen, Möpse oder Einhörner. Auf der Online-Plattform Ebay haben Nutzer die limitierten Tiermotive auch zum Kauf angeboten – teilweise zu einem deutlich höheren Preis, als sie dafür ursprünglich im Supermarkt bezahlt haben dürften.

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