Der Brand in der Lagerhalle verursachte eine starke Rauchentwicklung, die weithin sichtbar Foto: 7/Simon Adomat - 7/Simon Adomat

Unbekannte haben am Mittwochabend in einer Lagerhalle auf dem Gelände der Bettfedernfabrik im Zuckerleweg ein Feuer verursacht. Personen kamen nicht zu Schaden.

Bad CannstattGroße Aufregung herrschte am Mittwochabend unter den Anwohnern des Zuckerlewegs. Die Feuerwehr musste gegen 20.50 Uhr mit einem Großaufgebot anrücken, da in einer Lagerhalle der leer stehenden Bettfedernfabrik Feuer ausgebrochen war. Nachbarn hatten bemerkt, dass starker Rauch aus dem Gebäude dringt und die Rettungskräfte alarmiert.

Beim Eintreffen der Feuerwehr waren in dem Gebäude meterhohe Flammen bis unter die Decke sichtbar. Der über einen Innenhof des Gebäudekomplexes eingeleitete Löschangriff musste aufgrund von Einsturzgefahr über die Hallentore und Fenster erfolgen, zeigte aber rasch Wirkung. Gegen 21.15 Uhr waren die Flammen unter Kontrolle. Da sich in der ehemaligen Bettfedernfabrik immer wieder unerlaubt Personen aufhalten und man nicht sicher war, ob sich vielleicht Obdachlose in den angrenzenden Gebäudeteilen befanden, wurden alle Räume wegen der starken Verrauchung kontrolliert. Gefunden wurde niemand. Wie hoch der Schaden ist, steht noch nicht fest. Fakt ist, die Polizei geht von Brandstiftung aus, was die Bewohner des Zuckerlewegs nicht erstaunt. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis so etwas passiert“, sagt eine Anwohnerin. „Fast täglich steigen Jugendliche über den Zaun.“ Darauf angesprochen, haben diese ihr immer geantwortet, das sei ein leer stehendes Gebäude und folglich egal. Ein dreister Vorfall ereignete sich auch an Ostern vor einem Jahr. Rund 40 Personen stiegen am Karfreitag mithilfe einer Leiter über das zugekettete Eingangstor und betraten die Bettfedernfabrik. Jedoch nicht, um neue Graffiti aufzutragen oder eine Party zu feiern, sondern „um einen Werbespot für ein Modelabel zu drehen“, erklärte damals die Polizei. Da keine Genehmigung vorlag, waren die Dreharbeiten schnell wieder beendet.

Seit 2002 steht das knapp zwölf Hektar große Gelände samt Gebäuden leer. Erst in den vergangenen Jahren wurde konkret, was damit geschehen soll. Zusammen mit dem Eigentümer, einem Unternehmen aus Esslingen, will die Stadt Stuttgart dort rund 90 Wohnungen samt einer Kita und Tiefgaragen bauen sowie etwas Gewerbe ansiedeln.

Zeugen können sich bei der Kriminalpolizei unter Telefon 8990-5778 melden.

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