Im Schafhaus-Gebiet sollen rund 450 Wohnungen entstehen. Foto: Iris Frey - Iris Frey

Die Bürgerbeteiligung für Mühlhausen und Hofen ist abgeschlossen. Für das Schafhaus-Gebiet wurden Lösungsansätze gefunden. Nun ist der Gemeinderat gefragt.

MühlhausenWas die städtebauliche und verkehrliche Weiterentwicklung der Stadtteile Mühlhausen und Hofen betrifft, so gab es hierzu in den letzten Monaten sieben Veranstaltungen, bei denen sich die Bürger einbringen konnten. „Insgesamt 550 Teilnehmende wurden gezählt“, sagt Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann. Am Freitag gab es in der Turn- und Versammlungshalle die Abschlussveranstaltung mit Bürgermeister Peter Pätzold und Detlef Kron, dem Leiter des Amtes für Stadtplanung und Wohnen. Beide versprachen den Bürgern, sich um die weitere Umsetzung zu kümmern.

Bohlmann freute sich, dass auch die Workshops immer gut besucht waren und zu guten Ergebnissen geführt hätten. „Es wurden Vorschläge und Ideen eingebracht, auch andere Sichtweisen der Verwaltung“. Dass es auch Kritik gab, sei normal. „Das Einzelinteresse kann nicht immer zu 100 Prozent erfüllt werden, das bringt die Demokratie so mit sich“, so der Bezirksvorsteher.

Beim städtebaulichen und freiräumlichen Teil für Mühlhausen gab es drei Schwerpunkte: die Ortsmitte vom Schloss bis zum Kaufland, das Gewerbe am Neckar, vom Mc Donald’s bis zum Kentucky Fried Chicken und das Schafhaus-Gebiet mit der geplanten Wohnbebauung.

Anbindung übers Klärwerk

Das Schafhaus-Gebiet soll von unten vom Klärwerk mit einer Stadtbahnhaltestelle versehen werden und einer angebauten Straße ins neue Wohngebiet. Eine Durchfahrt für Kornwestheimer solle erschwert werden. Es soll eine Busanbindung ins Gebiet geben. Auch wird an einen Kabinen-Schrägaufzug für Fußgänger ins Gebiet und zur Stadtbahn gedacht, der am Rande des Neubaugebiets ende, damit auch Alt-Mühlhausen davon profitiere. „Die Idee wurde sehr positiv aufgenommen“, berichtet Bohlmann. Für die Erschließung des Gebiets gibt es zwei Varianten, beide ohne direkten Anschluss an die Heidenburgstraße. Beide Varianten sehen einen Schrägaufzug vor, um die öffentlichen Räume möglichst von Autoverkehr zu entlasten. Für das Schafhaus-Gebiet soll im zweiten Quartal 2020 ein Preisgericht ausgelobt werden für einen Vorschlag für die Wohnbebauung. Im Preisgericht sind auch zwei Bürger vertreten. Es seien nun umsetzbare Lösungsansätze gefunden worden.

Im Bereich Ortsmitte soll der Platz an der Turn- und Versammlungshalle neu gestaltet werden, unter Umständen die Halle abgerissen und dort Betreutes Wohnen, Einkaufen und eine Kita errichtet werden und ein Begegnungsraum. Eine Turnhalle werde im Schafhaus-Gebiet anvisiert. Auch werde geplant, die Arnoldstraße vom Schleichverkehr abzuhängen und die Beziehungen zum Neckar zu verbessern mit neuer Ufergestaltung. Geplant sei langfristig Wohnungsbau am Neckar sowie Gewerbe und Einkaufsmöglichkeiten.

Was den Verkehrsstrukturplan für Mühlhausen betrifft, so soll an der Kläranlage eine Kreuzung eingerichtet werden mit einem Abzweig ins Schafhausgebiet. Auch an einen Kreisverkehr an der Aldinger-/Mönchfeldstraße ist gedacht, der erst fünf-, später vierarmig ist. Der Schleichverkehr in Mühlhausen soll unterbunden werden, indem die Veitstraße Einbahnstraße wird. In der Alten Aldinger Straße soll Tempo 30 eingerichtet werden bis zur Einmündung Mönchfeldstraße. Die Weidenbrunnenstraße soll auch abgehängt werden, wenn das Schafhaus auf dem Weg ist, um den Durchgangsverkehr zu erschweren und eine Fuß- und Radwegverbindung von Altmühlhausen ins Schafhaus-Gebiet geschaffen werden. „Die Verwaltung bereite gerade die Gespräche mit den Eigentümern im Schafhaus-Gebiet vor. Sie sollen im Dezember erfolgen“, so Bohlmann. Die Mönchfeldstraße soll Tempo 30 erhalten. Auch der Feuerbach soll ans Tageslicht, wenn das Hochwasserkonzept 2020 stehe. Die Aldinger Straße soll insgesamt grüner werden.

Kreisverkehr im Seeblickweg

In Hofen soll im nächsten Jahr der Kreisverkehr im Seeblickweg kommen. Im Doppelhaushalt sei er bereits enthalten, so der Bezirksvorsteher. Der Schleichverkehr im Kochelseeweg soll durch Abhängen in der Mitte verhindert werden, auch mit Blick auf das Wohngebiet Mittlere Wohlfahrt. Der Überweg in der Mühlhäuser Straße/Ecke Seeblickweg soll verbessert werden, dass Fußgänger nur einmal über die Straße brauchen, statt zweimal.

Alt-Hofen solle Tempo-20 bekommen, keine verkehrsberuhigte Zone, damit es einheitlich ist und nicht Parkplätze wegfallen. „Man ist darauf angewiesen, dass sich die Autofahrer rücksichtsvoll verhalten“, so Bohlmann. Die Verwaltung sei gewillt, etwas zu tun. Jetzt müsse der Gemeinderat Entscheidungen treffen. An dem werde der Erfolg der Bürgerbeteiligung gemessen, so Bohlmann. Die nun erstellten Pläne bilden die Grundlage für die Freiflächengestaltung in Mühlhausen und der Verkehrsstrukturplan kurzfristige und mittelfristige Lösungen. „Die Verwaltung hat sich sehr eingesetzt und sich hier als konstruktiver Partner präsentiert, die anerkennt, dass der Bürger Ideen hat, die man umsetzen kann“, bilanzierte Bohlmann. Die Pläne werden auch nochmals im Bezirksbeirat vorgestellt.

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