Der Burgholzhofturm wird im Sommer von Vereinen bewirtet. Quelle: Unbekannt

Seit mehr als 128 Jahren ist der Burgholzhofturm ein beliebtes Ausflugsziel in Bad Cannstatt. In den Sommermonaten wird der Turm seit vielen Jahren bewirtet. Doch die Vereine haben einige Kritikpunkte.

Bad Cannstatt Seit mehr als 125 Jahren ist der Burgholzhofturm ein beliebtes Ausflugsziel in Bad Cannstatt. In den Sommermonaten wird der Turm bewirtet: Seit dem Jahr 1989 sorgen Cannstatter Vereine dafür, dass hungrige und durstige Spaziergänger auf dem Burgholzhof Rast machen und den Blick ins Neckartal genießen können. Und das hat Tradition: Schließlich gab es bereits Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gaststätte auf dem Burgholzhof.

Allerdings könnten die Voraussetzungen für die Bewirtung aus Sicht Vereine verbessert werden. So sind zum Beispiel die gepflasterten Außenflächen rund um den Turm in die Jahre gekommen. Durch hervorstehende Pflastersteine besteht insbesondere für ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß unterwegs sind, Stolpergefahr. Kosten will Bezirksbeirat tragen

Laut der Vereine reicht der Platz außerdem nicht aus, um Biergarnituren, Schirme und Grill ordentlich aufstellen zu können. Dies will der Bezirksbeirat nun ändern: Eine befestigte wasserdurchlässige Fläche – zum Beispiel durch Rasengitter – soll bis zum Frühjahr eingerichtet werden. Auch aus Sicht von CDU-Bezirksbeirat Roland Schmid, der auch Vorsitzender des Fördervereins Burgholzhofturm ist, wird mehr Platz dringend benötigt, habe sich der Burgholzholzhofturm doch in den vergangenen Jahrzehnten zu „einem riesigen Treffpunkt entwickelt“. Die Kosten für die Baumaßnahmen will der Bezirksbeirat tragen, diese müssen jedoch erst einmal von der Stadtverwaltung beziffert werden.

Ein zweites Manko ist die Größe des Durchgangs zum Lagerraum im Inneren des Turms. Denn bevor die Biergarnituren, Schirme und Stehtische draußen aufgebaut werden können, müssen sie durch einen knapp 50 Zentimeter schmalen Durchgang gereicht werden. Die etwa 2,20 Meter langen Biertische zum Beispiel müssen dabei mehrmals gewendet werden, um weder an der Decke des Durchgangs noch am Spülbecken, das im Vorraum eingebaut wurde, anzustoßen. Da dies vor allem für ältere Vereinsmitglieder eine Belastung sei, wurde schon mit der Verwaltung über Lösungen diskutiert, sagt Schmid. Jedoch bislang erfolglos. Ein kleiner Verschlag neben dem Turm war im Gespräch, um die benötigten Gegenstände den Sommer über lagern zu können und sie nicht jedes Wochenende umständlich rein- und raustragen zu müssen. Wegen des Denkmalschutzes darf ein Verschlag oder ähnliches am Burgholzhofturm jedoch nicht errichtet werden. Daher würden sich die Vereine über einen Lösungsvorschlag seitens der Stadt freuen. Denn weitere, bisherige Vorschläge, wie eine Garage anzumieten und die Sachen mit dem Auto zum Burgholzhofturm zu fahren, sei nicht praktikabel – genau so wenig wie der Status quo.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es auch beim Dach des Burgholzhofturms. Denn seit im Frühjahr durch einen Sturm Schäden im Gebälk entstanden sind, regnet es durch das Dach. „Das ist vor allem für das Holz schädlich“, sagt Schmid. Deshalb sei es höchste Zeit, die Schäden zu reparieren.

Burgholzhofturm

Im Jahr 1891 errichtete der Stuttgarter Stadtbaumeister Friedrich Keppler im Auftrag des kurz zuvor gegründeten Verschönerungsvereins Cannstatt an der höchsten Stelle des 359 Meter hohen Burgholzhofs einen gemauerten Aussichtsturm im Stil eines römischen Wachturms.

Die Einweihung fand am 19. September 1891 im Beisein des Württemberger Kronprinzen Wilhelm statt. Die Errichtung steht im Kontext der allgemeinen Antikenbegeisterung in der deutschen Kaiserzeit, speziell Kaiser Wilhelms II.

Als Beobachtungsposten gegen anfliegende alliierte Bomber wurde der Turm während des Zweiten Weltkriegs genutzt. Ab dem Jahr 1984 wurde der Burgholzhofturm auf Initiative des Vereins Pro Alt Cannstatt saniert. Seit dem Jahr 1987 ist der Aussichtsturm für die Öffentlichkeit wieder zugänglich.

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