Joachim Bertsch ist immer für einen Spaß zu haben. Foto: Edgar Rehberger - Edgar Rehberger

Jubiläum in der Nagoldstraße: Der Salon Bertsch feiert 50-jähriges Bestehen. Das Motto: 50 Jahre unfallfreies Haarschneiden“. Das passt zu Joachim Bertsch, der immer für einen Spaß zu haben ist.

MünsterSolange ich Spaß habe und gesund bleibe, bin ich dabei.“ Wer Joachim Bertsch kennt, weiß, dass der Spaß ganz wichtig ist. Der Frisörmeister ist für jeden Ulk zu haben, hat immer einen lockeren Spruch auf Lager, sorgt bei trockenen Anlässen für Auflockerung. Kein Wunder ist das Jubiläum des Salon Bertsch in der Nagoldstraße überschrieben mit „50 Jahre unfallfreies Haarschneiden.“ Das passt zu ihm. Genauso wie die Aussage „Bei mir kommt Ihr Haar nicht zu kurz“.

Am 15. September 1969 übernahmen seine Eltern das Frisörgeschäft in der Nagoldstraße. Für den Elfjährigen gut, denn zum Laden gehörten auch eine Wohnung und eine Mansarde unter dem Dach. „Die hatte ich für mich.“ Er wächst quasi im Laden auf. In der fünften Klasse war klar: „Ich will Frisör werden.“ Wie sein Vater, ebenfalls ein „lustiger Kerl“, mit den Kunden umging, imponierte dem Junior. „Das wollte ich auch.“1974 ging er in Bad Cannstatt in die Lehre, nach vier Monaten holte ihn sein Vater in den Laden zurück, wo er seine Lehre auch abschloss. „Ich war gleich voll dabei.“ Berührungsängste gab es keine. Der erste junge Mann, dem er die Haare schnitt, war zufrieden – er kommt heute noch in den Salon Bertsch. 1980 machte Bertsch den Meister.

Für bundesweites Aufsehen und Medieninteresse sorgte Bertsch 1987 mit der Eröffnung der Shampoo-Tankstelle. „Die beste Idee, die ich je hatte.“ So etwas gab es bislang noch nicht. Kundinnen und Kunden konnten ihre Shampooflaschen auffüllen lassen, mussten diese nach Gebrauch nicht wegwerfen, sondern konnten diese mehrfach verwenden. Dafür erhielt Bertsch 1991 unter anderem den Umweltpreis der Stadt Stuttgart. „Das hat wie eine Bombe eingeschlagen und stieß auf große Resonanz.“ Er hielt bundesweit Seminare, fand Nachahmer. Die Shampoo-Tankstelle gibt es bei ihm noch immer.

Genauso wie seine Stammkundinnen sich zu festen Zeiten einmal pro Woche die Haare „waschen und legen“ lassen, der Klassiker schlechthin. „Mein Vater sagte immer, der Frisör wird mit seinen Kunden alt. Er hatte recht.“ Bei den Herren hingegen frisiert er alle Altersklassen. Vom Kind bis zum Senior. Sein ältester Kunde ist 95 Jahre alt. In Laden des eingefleischten Kickers-Fans dominiert die Farbe blau. 2004 erfolgte der Umbau zum „Blauen Salon“. Natürlich werden auch VfB-Fans bedient. Für diese gibt es einen roten Frisörstuhl. Der Rockliebhaber (Deep Purple und Doors) hat auch noch ein älteres Modell im Laden stehen: den Frisierstuhl seines Vaters. „Den habe ich behalten.“ Sein Vater hat noch mit 75 Jahren Haare geschnitten und den Sohn unterstützt. Inzwischen arbeitet Bertsch Junior, der auch Gründungsmitglied im Handels- und Gewerbeverein Münster ist, allein. Es ist bezeichnend, dass in den 50 Jahren Salon Bertsch nur vier Angestellte tätig waren. „Alle haben sehr lange bei uns ausgehalten.“ Treue halten die Kunden auch ihrem Haarschnitt. „80 Prozent bleiben dabei.“

Das Jubiläum wird von 17. bis 21. September im Salon Bertsch gefeiert. „Wir haben spezielle Angebote und kleine Überraschungen vorbereitet.“ Zudem gibt es 20 Prozent Ermäßigung auf die Produkte der Shampoo-Tankstelle.

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