Närrische Zeiten stehen an: Greadeffele Christin I., an der Seite von Zunftmeister Uwe Ensenberger (ohne Maske), im Kreis der Scillas und Hogamale. Foto: Felix Heck - Felix Heck

Das Greadeffele ist aus dem Brunnen gestiegen, der Start der Hofener Fasnet der Scillamännle somit erfolgt. Für Christin I. beginnen nun närrische Wochen.

HofenBevor die Hofener Fasnet am Freitagabend beginnen konnte, waren erst einmal die Zuschauer gefordert. „Greadeffele, oh Greadeffele, komm herauf und blühe mit uns allen auf“, tönte es an der Hofener Burgruine aus rund 250 Kehlen. Selbst aus Ravensburg war eine befreundete Zunft der gastgebenden Scillamännle angereist, um bei der Erweckung der Einzelfigur aus dem Brunnen zu assistieren. Unterstützt wurden sie durch zahlreiche Schaulustige, die zuvor in Fackelschein und begleitet von lautstarker Guggenmusik vom Kelterplatz zur Burgruine gezogen waren.

Kurz vor 19 Uhr zeigte das lautstarke Rufen schließlich seine erhoffte Wirkung: Greadeffele Christin I. entstieg ihrem Brunnenverlies und schmetterte den jubelnden Hofener Scillas ein erstes Mal den Zunftruf „Blüh-auf“ entgegen.

Ihr letzter großer Auftritt wird der Aufstieg aus dem Brunnen kaum gewesen sein: Als Burgfräulein absolviert sie in den kommenden Wochen einige Termine im Zeichen ihrer Zunft, den fröhlich-bunten Scillamännle aus Hofen. „Es stehen viele Umzüge und Abendveranstaltungen an, die Wochenenden sind in nächster Zeit komplett durchgetaktet“, so die närrische Hoheit, hinter der sich das Vereinsmitglied Christin Ade versteckt.

Das Greadeffele 2020 ist bei den Scillamännle keineswegs unbekannt: Seit mittlerweile zehn Jahren ist die 26-Jährige im blau-grünen Häs der Narrenzunft unterwegs, bereits fünf Jahre zuvor war sie über den Gardetanz zur Hofener Fasnet gestoßen. Mit dem Aufstieg zum Greadeffele folgt nun ein wahrer Karrieresprung: Die Einzelfigur zählt seit ihrer Entstehung im Jahr 1988 zu den begehrtesten Ämtern der Hofener Fasnet und ist noch dazu ein wohlgehütetes Geheimnis. Die Entscheidung des Vorstands zur Vergabe fällt bereits im Dezember, darf aber in den Folgewochen nicht nach außen dringen. „Die letzten Wochen waren nicht einfach für mich. Es durfte ja niemand davon erfahren, dass ich das Greadeffele sein werde. Besonders bei meinen Freunden fiel es mir schwer, sie bis zum Schluss nicht einweihen zu dürfen“, erzählt Ade.

Auf diese Leidens- folgt nun die Freudenzeit: Neben vielen auswärtigen Veranstaltungen freut man sich bei den Scillas insbesondere auf den Fasnetsdienstag: Dann ziehen über 90 Gruppen als närrischer Lindwurm durch den Ort – natürlich angeführt von Greadeffele Christin I.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: