Marta, gespielt von Ingrid Sauer, hat mit ihrem Mann Teddy (Ralf-Matthias Lingen) Großes vor: Gemeinsam wollen sie eine neue Arche bauen. Dafür erbittet sie Gottes Segen. Foto: Neugereuter Theäterle - Neugereuter Theäterle

In der Komödie „Keine Gnade für Noah“ haben die Hauptdarsteller Großes vor: Sie wollen eine neue Arche bauen. Schließlich könnte eine weitere Sintflut kommen.

NeugereutWie seinerzeit Noah im Alten Testament der Bibel bekommt der Stuttgarter Zimmermann Teddy Paradeiser bei Peter Worms in dessen Komödie „Keine Gnade für Noah“ von Gott den Auftrag, eine Arche zu bauen, weil der Herr eine zweite Sintflut schicken will. Was daraus wurde, zeigt das Neugereuter Theäterle in einer unterhaltsamen, bis zuletzt spannenden und nachdenklich stimmenden Inszenierung von Inka Bauer. Am Freitag war glanzvolle Premiere – mit drei „Neulingen“ (Ingrid und Arnold Sauer, Ines Laubert), die sich nahtlos in das erprobte Ensemble einfügten. Der Preis als Leitstern aber gebührte Diana Neumann, die erst zehn Tage vorher als Lara eingesprungen war. Sie war eine echte „Botin des Herrn“ geworden, die, mit ihm chattend alle Knoten des turbulenten Geschehens immer wieder lächelnd löste.

Ihre erste Aufgabe war es, Teddy (Ralf-Matthias Lingen) und seiner Frau Marta (Ingrid Sauer) zu beweisen, dass Gottes Arche-Projekt kein Fake, sondern ein himmlischer Auftrag war. Dafür konnte sie Teddys längst verstorbenen Großvater Ludwig (Arnold Sauer) in die „gute Stube“ kommen lassen. Der überzeugte den Enkel mit seiner Daseinslust, und hoffte, als Lohn dafür, auf eine Einzelwolke im Himmel. Also nahm Teddy den Auftrag an, eine Arche auf seinem Grundstück zu bauen, Tierpaare einzusammeln und mit seiner Frau, die neue Menschheit zu zeugen. Die beiden führten auf mancherlei vergnügliche Weise vor, wie solch eine Aufgabe den geistigen und den realen Horizont erweitert, erfinderisch macht und erloschen geglaubte Schöpfungskraft mobilisiert.

Aber dann begann die Mühsal, denn es gab ja noch die Behörden, die Vorschriften, die Naturschützer, die Wilhelma, die Psychiater – und die Kosten. Letztere regelte der Herr über Rom glatt mit drei Millionen Euro. Die Genehmigungen für das Projekt versuchte Ines Laubert als hilfsbereite Bauamtsabteilungsleiterin aus Brüssel zu bekommen.

Ingrid Börmann war die Holzvertreterin Ulla, die leider keine Einfuhrgenehmigung für libanesische Zedern bekam. So empfahl sie die Fällung einheimischer Hölzer und kriegte es prompt mit dem Naturschutz zu tun.

Dann interessierte sich auch noch ein Psychiater (Stefan Gruber) für den Geisteszustand des neuen Noah – und war fasziniert von dessen Umgang mit dem Überirdischen. Und auch das Publikum, das der Theaterpremiere beiwohnte, hatte an dem göttlichen Vexierspiel seine helle Freude.

Weitere Vorstellungen gibt es im Haus St. Monika, Seeadlerstraße 7 am Samstag, 17. März, und Samstag, 24. März, um 20 Uhr. Karten sind unter Telefon 0711/ 535125 erhältlich.

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