Die neue Marienburg der Pfadfinder. Der Verein muss noch Spenden sammeln, um die Kosten des Wiederaufbaus zu decken. Foto: Frey - Frey

Die Hofener Pfadfinder müssen immer noch Spendengelder sammeln, um die Kosten des Wiederaufbaus der Marienburg nach dem Brand im Jahr 2012 zu finanzieren. Es fehlen noch 20 000 Euro.

Hofen Die Pfadfinder in Hofen müssen immer noch Geldspenden sammeln, um eine Deckungslücke zu füllen, die durch den Brand im Jahr 2012 verursacht wurde, erklärt Monika Kurfeß. Wie andere Vereine und Institutionen auch, waren sie kürzlich aktiv bei Let’s Putz und haben rund um die Marienburg Müll gesammelt, wie Kurfeß, Vorstand des Fördervereins der DPSG und PSG Stamm Stuttgart-Hofen, berichtet.

Wegen eines technischen Defekts entstand vor sieben Jahren ein Feuer, bei dem das Gebäude nahezu zerstört worden ist. Im Jahr 2013 erfolgte dann der Wiederaufbau unter der Federführung des „Fördervereins Hofener Pfadfinder“. Dabei handelt es sich um einem Zusammenschluss von Ehemaligen mit dem Ziel, die beiden Pfadfinderstämme in Hofen ideell und finanziell zu unterstützen. Zwei Jahre später konnte im Oeffinger Weg 5 die Einweihung des neu aufgebauten Hauses oberhalb des Neckars am Fuße der Burgruine gefeiert werden.

280 000 Euro Brandschaden

Die katholische Kirchengemeinde hat dem Förderverein die Brandschadens-Versicherungssumme zur Verfügung gestellt, das waren 280 000 Euro. „Ein großartiger Vertrauensbeweis“, stellt Kurfeß fest. Der Förderverein hat in seinen Reihen mit drei Bauingenieuren, einem Fliesenleger- und einem Sanitärmeister reichlich Bau-Kompetenz. Bei Rechtsfragen steht zudem ein Anwalt Gewehr bei Fuß. Nur das Baugesuch zum Wiederaufbau wurde noch vom Katholischen Verwaltungszentrum über ein Architekturbüro eingereicht. „Dann haben wir übernommen“, so Kurfeß. Von statischer Berechnung über Auftragsvergabe, Projektleitung und Bauüberwachung, Kontakt zu den städtischen Ämtern bis hin zur tatsächlichen Ausführung wurde alles in Eigenregie erledigt, sagt die Vorsitzende. Ortsansässige Handwerker haben Material gespendet oder die Arbeiten zu einem günstigen Preis erledigt. Immer wieder wurden Arbeitseinsätze einberufen, sei es um Kabelgräben auszuheben, Entwässerungsleitungen zu verlegen, Sand zu schippen, Trockenbauwände zu stellen oder Pflastersteine zu verlegen.

Die Kinder und Jugendlichen haben dabei nicht nur „ihre“ Marienburg wiederaufgebaut, sondern unter sachkundiger Anleitung auch mal ins eine oder andere Handwerk reingeschnuppert. „Es war in Summe eine tolle Gemeinschaftsaktion für Aktive und Ehemalige“, stellt Kurfeß fest. Die Kosten lagen bei insgesamt rund 330 000 Euro einschließlich kompletter Einrichtung wie Einbauküche, Werkzeugschränke, Stühle und Tische. Nun ist die Finanzierung noch nicht ganz abgeschlossen, denn „die Deckungslücke zwischen Versicherungssumme und Baukosten muss von den Pfadfindern noch geschlossen werden“, erklärt Kurfeß.

Schon während der Bauphase gab es zahlreiche Spenden und Sammelaktionen unterschiedlichster Art, so dass jetzt nur noch rund 20 000 Euro offen seien. Diese Schulden wollen die Pfadfinder natürlich so schnell wie möglich abtragen, wie die Vereinsvorsitzende erklärt, es werde sich aber noch ein paar Jahre hinziehen. Das Gebäude stehe nach wie vor im Eigentum der Katholischen Kirche, natürlich mit einer umfangreichen Nutzungsvereinbarung für den Förderverein.

Weitere Informationen über den Förderverein der Pfadfinder DPSG und PSG gibt es im Internet unter fv.pfadfinder-hofen.de/.

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