Zwischen diesen beiden Gebäuden soll der Neubau entstehen. Foto: oto: Steegmüller - oto: Steegmüller

In einem Gebäudeteil soll ein Stockwerk entfallen – Teilerfolg für besorgte Anwohner

Stuttgart-OstAn den Hängen Gablenbergs soll ein „exklusives“ Doppel-Wohnhaus entstehen. Sehr zum Unmut von zahlreichen Anwohnern, die rund um den Bauplatz am Deyhleweg wohnen. Wie berichtet befürchten sie, dass der Gebäudekomplex ihnen nicht nur die Sicht ins Tal nimmt, sondern auch einen Fremdkörper darstellt, der eine Frischluftschneise zerstören könnte. Auch vor dem Schattenwurf haben die direkten Nachbarn Angst.

Dementsprechend haben sie im vergangenen Frühjahr Einwendungen beim Baurechtsamt erhoben. Sie befürchten, dass ein „übergroßer Gebäudekomplex entstehen könnte, der sich von der übrigen Bebauung im Deyhleweg stark unterscheiden würde“, heißt es in der Stellungnahme. Das Bauvorhaben habe eine erdrückende Wirkung auf die angrenzenden Grundstücke. Die erheblich größere Wohndichte sei unzumutbar.

Einen ersten Teilerfolg haben die Anwohner mit ihrem Protest wohl bereits erzielt. Im November hat der Münchner Projektentwickler seinen Bauantrag zurückgezogen und wenig später einen neuen eingereicht. Er unterscheidet sich vom Vorgänger laut dem Baurechtsamt vor allem dadurch, dass in einem Gebäudeteil ein komplettes Stockwerk entfallen ist. „So wird die zulässige Gebäudehöhe nicht überschritten. Und: Durch die Reduzierung fügt sich das Bauvorhaben insgesamt besser in die Umgebung ein“, sagt die Stadtsprecherin Ann-Katrin Keicher. Die Zahl der Wohnungen würde durch eine andere Aufteilung aber gleichbleiben.

Ob diese Lösung die Anwohner zufriedenstellt, bleibt abzuwarten. Noch wurden sie nicht im Detail informiert. Definitiv nicht glücklich sind sie mit dem Autoaufzug, der an der schmalen Wendeplatte am Deyhleweg geplant ist. 22 Tiefgaragenplätze sollen auch weiterhin über einen Fahrstuhl erreichbar sein. Nachbarn befürchten, dass es sich morgens und abends dort regelmäßig staut. Schon jetzt sei der Bereich so eng, dass Autofahrer dort kaum drehen können. Sobald jemand auf den Aufzug warten würde, sei alles dicht.

Stadtsprecher Martin Thronberens betonte bereits im Mai, dass das „Baurechtsamt das Vorhaben gründlich prüfen wird, um sicherzustellen, dass die Rechte der Nachbarn eingehalten werden“. Ob der Antrag genehmigungsfähig ist und wie lange das Verfahren dauern wird, lasse sich auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so seine Kollegin Ann-Katrin Keicher. Das Grundstück werde nach der Baustaffel 3, also einem gemischten Gebiet, der Stuttgarter Ortsbausatzung beurteilt. „Sie lässt derartige Gebäude zu.“ seb

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