Bürgermeisterin Isabel Fezer brachte Blumen als Geschenk mit. Foto: Sebastian Gall - Sebastian Gall

Manfred Faude und seine Frau Lore feiern 65 Jahre gemeinsame Ehejahre. Dabei gab es Höhen und Tiefen zu überstehen. Aber die beiden haben sich immer gegenseitig aufgerichtet.

Bad Cannstatt Manchmal gehört in der Liebe auch eine gehörige Portion Glück und etwas Hilfe von außen dazu. So war es auch beim Ehepaar Faude. Dass sich die beiden Eheleute nämlich überhaupt kennengelernt haben, haben sie der US-amerikanischen Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg zu verdanken. Diese siedelte Manfred Faude und seine Familie von seinem ursprünglichen Wohnort im Stuttgarter Osten nach Münster um. Und genau dort ist seine Frau Lore geboren.

Erste Schritte in ihrer Beziehung machten die beiden auf der Schule. Wohin sich das Ganze entwickeln würde, war damals aber noch nicht abzusehen. „Als wir noch Schulkameraden waren, dachte ich nicht, dass er einmal mein Mann wird“, sagte Lore Faude lachend. Dass es dann doch so kam, hatte sie unter anderem ihrer Haarpracht zu verdanken. „Ich hatte früher lange, lockige Haare – wirkliche Schillerlocken“, sagt sie. Die blieben auch ihrem Mann nicht verborgen. „Natürlich haben mir die Locken gefallen. Vor allem im Herbst und Winter, wenn sie über den Pelzkragen ihrer Jacke fielen. Aber klar gefiel sie mir auch als Mensch“, sagt der gelernte Hochspannungsanlagenbauer.

Geheiratet wurde dann 1954 in der neuapostolischen Kirche in Münster. Sehr viele Menschen waren dort anwesend. So viele, dass der Wirt der Gaststätte Neckarlust bei der anschließenden Feier meinte, dass das, das erste und letzte Mal sei, dass er so eine große Hochzeit veranstalte, erzählt Manfred Faude. Mittlerweile wohnen die beiden in Bad Cannstatt.

Wie in jeder Ehe gab es auch bei den Faudes nicht nur schöne Zeiten. „Es gibt schöne Tage, Tage die man gerne vergisst und Tage, die man nicht vergessen kann“, sagt Manfred Faude. So einer war mit Sicherheit der, an dem ihre Tochter vor 10 Jahren einem Herzfehler erlag. Doch genau in solchen Momenten waren die beiden füreinander da. „Es geht nicht und macht keinen Sinn, wenn man nicht zusammen arbeitet“, so Manfred Faude. „Gerade in dieser schweren Zeit haben wir uns gegenseitig aufgerichtet. Ohne einander wäre es viel schwerer gewesen so etwas durchzustehen.“ Und genau aus diesem Grund haben es die beiden geschafft, 65 Jahre zusammen zu bleiben, was in unserer heutigen Zeit schier unmöglich scheint.

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