Jede Menge Polizeiakten: Am Schreibtisch von Jo Stoll, gespielt von Peter Ketnath, nehmen die Leserinnen und Leser unserer Zeitung die Ermittlungen auf und erfahren, wie die Soko-Stuttgart-Folgen gedreht werden. Foto: Mathias Kuhn - Mathias Kuhn

Spannende Minuten für Leserinnen und Leser unserer Zeitung: Im Rahmen der Ferienaktion erlebten sie hautnah mit, wo und wie die beliebte Vorabendserie „Soko Stuttgart“ produziert wird.

UntertürkheimNatürlich kennen die Leserinnen und Leser unserer Zeitung die Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert, Kriminalkommissar Jo Stoll oder Rico Sander, den unnahbaren EDV-Spezialisten im Team der Soko Stuttgart. „Donnerstags, um 18 Uhr ist das ZDF-Programm Pflicht“, erklärt Krimi-Fan Brigitte Fleisch. Umso gespannter waren die 20 Teilnehmer der Ferienaktion auf die Studios, in denen ihre Lieblingsserie produziert wird. „Wir drehen im elften Jahr. Am 31. Oktober wird unsere 250 Folge ausgestrahlt“, verrät Soko-Pressesprecher Hansgert Eschweiler. „Gedreht wird von Februar bis November. Zurzeit haben wir eine kurze Sommerpause, weshalb wir ungestört die Studios besichtigen können.“ Die Außenaufnahmen erfolgen an von Locations-Scouts ausgesuchten Drehorten in Stuttgart, die Szenen im Polizeipräsidium werden im Römerkastell gedreht. „An einem Tag schaffen wir 6,5 Filmminuten“, so Eschweiler. Das Erstaunliche: Es wird nicht chronologisch gedreht. „Ein Block mit 26 Drehtagen umfasst immer vier Folgen. Aus Kostengründen kann es sein, dass am Vormittag eine Verhör-Szene aus der ersten Folge und am Nachmittag ein Verhör für eine spätere Folge aufgenommen wird“, verrät Eschweiler.

Erste Station des Studiorundgangs ist der Sommergarten mit Blick auf die Einsatzfahrzeuge der TV-Polizisten. Erst auf den zweiten Blick erkennen die Besucher den Drehort. „Da steht ja der Automat, an dem sich die Soko-Beamten ihre Getränke holen“, flüstert eine Teilnehmerin ihrer Begleiterin ins Ohr. Tatsächlich werden hier die Szenen in der Cafeteria aufgenommen. Über den Gang, durch den die Hauptdarsteller im Vorspann der Folgen marschieren, betreten unsere Leserinnen und Leser das Soko-Polizeipräsidium. „Bitte Platz nehmen“, bietet Eschweiler einem „Verdächtigen“ einen Stuhl im schlichten Verhörraum an. Einen Raum weiter folgt der nächste Aha-Effekt: Das Großraumbüro mit den steilen Eisentreppen, die ins Büro von Kriminaldirektor Michael Kaiser führen. Seitlich geht’s ins Reich des Computerspezialisten Rico Sander und nur wenige Schritte weiter ist die Asservatenkammer, in der der schwäbelnde Friedemann Sonntag über die Beweisstücke wacht.

„Und wo ist die Werkstatt von Schrotti?“, wollte Ursula Kalmbach wissen. Bevor es zur Hebebühne des Autotüftlers ging, machte Eschweiler einen Abstecher in die Pathologie. „Auf dem Schragen will keiner liegen“, meinte ein Leser. „Werden bei den Dreharbeiten Puppen als Leichen verwendet?“, fragte Marianne Waldeis und wurde enttäuscht. Statisten übernehmen die Rolle und Eschweiler erklärte, wie diese sich anstellen müssen, damit der TV-Zuschauer keinen Atemzug bemerkt. Noch ein Blick ins Innere von Stolls Hausboot, bevor die Leser vorab eine Folge sehen durften, die erst im September ausgestrahlt wird. „45 Minuten Spannung, aber noch spannender waren die 90 Minuten in den Studios. Wir werden Soko mit anderen Augen sehen“, bedankten sich unsere bei Eschweiler.

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