60 Musiker des Heeresmusikkorps reisten seit mehr als zehn Jahren aus Ulm zum Benefizkonzert in Bad Cannstatt. Foto: Landeskommando/Christian Vierfu - Landeskommando/Christian Vierfuss

Das Landeskommando Baden-Württemberg hat für die Veranstaltung in Bad Cannstatt zu wenige Zusagen erhalten.

Bad CannstattIn den vergangenen Wochen hat das Landeskommando Baden-Württemberg der Bundeswehr fleißig die Werbetrommel gerührt. Rund 2900 Einladungen für das Benefizkonzert zugunsten der Oesophagus-Stiftung und der Amsel (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter) wurden gemeinsam mit den beiden Organisationen versandt. Am Mittwoch, 8. Mai, sollte der Heeresmusikkorps Ulm in der Theodor-Heuss-Kaserne für den guten Zweck spielen. Daraus wird in diesem Jahr jedoch nichts, das Konzert wurde jetzt abgesagt.

„Die Resonanz ist sehr gering“, sagt Oberstleutnant Markus Kirchenbauer. Gerade einmal 200 Personen hätten für die Veranstaltung zugesagt. „Erfahrungsgemäß kommen dann nicht alle, dann wären es am Ende sogar unter 200 Zuhörern.“ In der Baumann-Halle wären dann große Teile leer. Optisch könnte man das noch mit einer entsprechenden Bestuhlung halbwegs in den Griff bekommen. „Viel freie Fläche schadet jedoch auch der Akustik.“ Das größte Problem sei jedoch, dass der Aufwand sich nicht mehr lohnen würde. „Wir müssen Bühnenelemente mit Bundeswehr-Lastwagen aus der Liederhalle nach Bad Cannstatt schaffen und die Technik in der Theodor-Heuss-Kaserne aufbauen.“ Zu guter Letzt müssen natürlich auch die Musiker – 60 Personen umfasst der Heeresmusikkorps – aus Ulm anreisen und anschließend wieder heimfahren. Da passe die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht mehr.

„Mit Blick auf den nicht unerheblichen Einsatz von personellen und materiellen Ressourcen des Heeresmusikkorps Ulm und des Landeskommandos Baden-Württemberg haben wir uns deshalb entschlossen, das Konzert nicht durchzuführen“, teilte dementsprechend auch Oberst Christian Walkling in einer schriftlichen Stellungnahme Ende April mit.

Seit mehr als zehn Jahren fand die Veranstaltung in der Baumannhalle statt. Einmal wurde auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die im zivilen Bereich eng mit der Bundeswehr zusammenarbeitet, berücksichtigt, ansonsten ging der Erlös immer zu gleichen Teilen an die Oesophagus-Stiftung und die Amsel-Stiftung und betrug bisher durchschnittlich zwischen 1300 und 1700 Euro.

„Wir bedauern sehr, dass wir dadurch in diesem Jahr keine Spenden für die beiden Stiftungen sammeln können.“ Die Absage stellt jedoch nicht das generelle Aus der Veranstaltung dar. „Ich hoffe sehr, dass es in 2020 mit vereinten Kräften gelingt, eine hinreichende Teilnehmerzahl für ein Benefizkonzert zu werben“, so der Kommandeur. „Wir geben die Bemühungen nicht auf“, verspricht auch Kirchenbauer.

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