Weihnachtszeit heißt für viele Spendenzeit. Foto: dpa/Caroline Seidel - dpa/Caroline Seidel

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Viele Vereine und Organisationen bitten um Gelder. Was dabei zu beachten ist, wir geben Tipps dazu.

UntertürkheimBei vielen Stuttgartern dürfte der Spendenaufruf schon im Briefkasten gelandet sein. Die evangelische Gesamtkirchengemeinde sammelt Geld für Brot für die Welt. Und sie ist nicht die einzige Institution, die jetzt um Spenden wirbt. Denn: Weihnachtszeit heißt für viele auch Spendenzeit. Egal, ob in der Fußgängerzone, im Fernsehen oder im eigenen Briefkasten: Die Spendenaufrufe mehren sich. Hilfsorganisationen werben in der Adventszeit besonders stark um Spenden für gute Zwecke. Die meisten von ihnen arbeiten seriös und gehen sorgsam mit Spendengeldern um, doch vereinzelt gibt es schwarze Schafe. Dabei gibt es auch im Spendenwesen Verbraucherschutz. Wir haben einige Tipps zusammen getragen, die beleuchten, an wen man spenden sollte und was dabei zu beachten ist.

„Man sollte sich immer über die Organisation informieren, der man etwas spenden will,“ sagt Oliver Buttler, Abteilungsleiter für Verbraucherrecht bei der Stuttgarter Verbraucherzentrale. Das klingt zu Beginn erst einmal wie eine Binsenweisheit. „Allerdings lassen sich Menschen etwa in Einkaufspassagen gerne zu Schnellschüssen verleiten“, so Buttler weiter. Davon rät der Experte allerdings vehement ab. Sollte man auf der Straße auf eine interessante Organisation gestoßen sein, solle man sich trotzdem zuhause in Ruhe über sie informieren. Hier schlägt der Experte den Weg über die Online-Auftritte der Institutionen vor. Wenn Spenden über einen Verein gesammelt werden, könne man auch die Vereinsnummer bei den Ämtern überprüfen. Generell rät er von Spenden in Fußgängerzonen ab. „Man sollte auf keinen Fall Verträge über Abos oder ähnliches abschließen. Diese laufen oft über Promoteragenturen, die dafür viel des Spendengelds für sich beanspruchen. So kommt wenig beim eigentlichen Ziel an“, so der Experte. Auch bei Briefkasteneinwürfen ist die Information über die Institution essenziell. „Jede Sendung muss gründlich geprüft werden.“ So seien etwa Bitten um Kleiderspenden, die sich speziell um nach Pelz- und Ledermäntel bemühen fragwürdig.

Die Entscheidung, an wen man spenden will, solle laut Buttler, lokal, regional oder im Freundes- oder Bekanntenkreis gefällt werden. „Wenn man zum Beispiel einen Bekannten hat, der schon länger spendet, kann man dort mit einsteigen. Das erhöht die Sicherheit.“ Generell sei es besser, im Umfeld zu spenden, da auch dort die Kontrolle, ob und wo die Spenden ankommen, leichter falle. Wer trotzdem für Organisationen spenden will, die national oder auch global aktiv sind, sollte auf das DZI-Siegel achten. Das ist Gütesiegel für seriöse Spendenorganisationen. Es belegt, dass eine Organisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht. Das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) tragen in Deutschland 230 Organisationen. Damit ist das DZI Spenden-Siegel das wichtigste Vertrauenszeichen im nationale Spendenwesen. Die Liste gibt es online unter www.dzi.de. Dieses Siegel ist übrigens auch auf dem Überweisungsträger der Untertürkheimer Kirchengemeinde aufgedruckt.

Das Spendenverhalten der Deutschen

Rund 15,7 Millionen Menschen haben von Januar bis September 2019 rund 3,3 Milliarden Euro gespendet. Das ist das drittbeste Ergebnis seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005, doch im Vergleich mit dem Vorjahr ist das Spendenniveau um 1,3 Prozent gesunken. Die Prognose für das Gesamtjahr sieht dennoch gut aus. Das sind Ergebnisse der GfK-Studie „Trends und Prognosen“, die jährlich im Auftrag des Deutschen Spendenrats durchgeführt wird. Der Betrag der durchschnittlichen Spende liegt wie im Betrachtungszeitraum des Vorjahres bei sehr guten 35 Euro. Jeder Spender tut im Schnitt sechs Mal im Jahr etwas Gutes. Den Hauptanteil der Spenden stellt mit 75,3 Prozent weiterhin die humanitäre Hilfe, wofür maßgeblich Not- und Katastrophenhilfe verantwortlich ist. Mehr gespendet haben die Deutschen vor allem für die Kultur- und Denkmalpflege (plus 23 Millionen Euro) und den Sport (plus 13 Millionen Euro) Nach wie vor spendet die Generation Ü70 am meisten. Ihr Anteil am Gesamtspendenvolumen stieg sogar deutlich von rund 35 auf knapp 41 Prozent. Nur in der Betrachtung des durchschnittlichen Spendenvolumens pro Spender liegt diese Altersgruppe mit 255 Euro pro Spender knapp hinter der Altersgruppe 40 bis 49 Jahre (263 Euro pro Spender). Dafür nahm der Anteil der Spender in den Altersgruppen bis 29 Jahren (minus 1,2 Prozent) und 30 bis 39 Jahren (minus 3,5 Prozent) etwas ab. Ihr kombinierter Anteil an den Gesamtspendennahmen sank um 2 Prozent.

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