Henning Wehland geht es um Haltung Foto: Markus Walter (z) - Markus Walter (z)

Er hat viele Projekte erfolgreich gemeistert, als Sänger bei H-Blockx, den Söhnen Mannheims, Moderator bei Viva und Coach bei den Voice Kids. Jetzt ist er auf Solotour, gastiert am 4. April im Club Cann.

Bad Cannstatt Er hat die unterschiedlichsten Projekte durchgeführt – erfolgreich. H-Blockx, Söhne Mannheims, Moderator bei Viva und Coach bei The Voice Kids. Jetzt ist er der Letzte an der Bar und mit seinem Soloprojekt auf Tour, die ihn am Donnerstag, 4. April, in den Club Cann führt.

Im Jahr 2018 hat er einen Neuanfang gewagt, sich von seiner Plattenfirma getrennt und ein eigenes Label gegründet. „Ich bin jetzt 30 Jahre im Musikbusiness tätig, habe dabei viele technische Entwicklungen erlebt“, beschreibt er. Ihm geht es darum, Songs schnell zu veröffentlichen, über Direktmarketing schnelle Handlungswege zu haben. „Und für mich als Kreativen ist es wichtig, mich neu zu erfinden und zu hinterfragen.“ Das hat er getan und sich auf ein neues Level begeben. „Es geht mir um Haltung, um Flagge zeigen.“ Ganz im Stile von Wolfgang Niedecken, Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer. Daher singt er auf Deutsch. „Ich bin eigentlich als Heranwachsender über Deutschpunk, die Hosen und Lindenberg geprägt.“ Mit seiner Band H-Blockx sang er jedoch auf Englisch. In der Muttersprache habe er aber einen größeren Duktus. „Die Sprache ist schärfer, ich kann Bilder malen.“ Und dabei kam ihm auch die Zeile „Der Letzte an der Bar“ in den Kopf, die er für treffend hält und auch der Titel seines Soloalbums ist. „Die Reaktionen waren durchweg positiv“, freut sich Wehland. Er erfuhr großen Respekt für den Mut. Negatives kam von denjenigen, die ihn noch nie mochten. „Damit kann ich gut leben.“ Wehland denkt bereits ans zweite Album. „Das wird dann noch stärker an meine H-Blockx-Wurzeln gehen.“ Da soll die Energie stärker zu hören und zu spüren sein. „Das hat mir im Nachhinein beim ersten Soloalbum etwas gefehlt.“ Im Spätsommer sollen die ersten Songs „rausgehauen“ und die Produktion angegangen werden. Doch jetzt ist erst mal Touren angesagt. Im März erschien die Single „Es brennt noch Licht in der Stadt“. Auf Tour werden auch sechs neue Songs zu hören sein. „Ich bleibe der Letzte an der Bar, der Geschichten mitbringt und erzählt.“ Dabei können es auch Geschichten anderer Menschen sein, die er durch seine Brille erzählt.

In den vergangenen Jahren war Wehland sehr aktiv, hat sich vernetzt, Konzerte gespielt, Texte geschrieben. „Es geht mir darum, eine gewisse Haltung zu zeigen.“ Er will sich weiter mit anderen Künstlern und Kreativen auseinandersetzen. „Das ist sehr spannend.“ Davon könne jeder profitieren. Das machen zu können, empfindet Henning Wehland als großen Luxus. Das H-Blockx-Album „Time to move“ feiert in diesem Jahr 25. Geburtstag. „Da wird es sicher ein paar Konzerte geben.“ Der Lebensmittelpunkt des gebürtigen Münsteraners liegt momentan in Berlin. Er kann sich aber gut vorstellen, Verantwortung zu übernehmen und später einmal bei der Oberbürgermeisterwahl von Münster zu kandidieren. „Ich bin ein politischer Mensch.“

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