So soll das neue Jugendhaus aussehen. Foto: Visualisierung: plus bauplanung - Visualisierung: plus bauplanung GmbH (z)

Das alte Jugendhaus B 10 ist Geschichte, der Neubau an gleicher Stelle soll Anfang 2021 fertiggestellt sein. In der Übergangsphase aber machen die Mitarbeiter keine Pause – die Arbeit findet dezentral statt.

Wangen Das alte Jugendhaus B10 wurde im Mai abgerissen, die Bauarbeiten für den 3,7 Millionen Euro teuren Neubau an gleicher Stelle haben bereits begonnen – ganz im Stillen, ohne offiziellen Spatenstich. Zum jetzigen Zeitpunkt seien keine Schwierigkeiten beim Bau erkennbar, sagt Ingo-Felix Maier, der Geschäftsführer der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft, die Träger der Einrichtung ist. „Wir gehen von einer Bauzeit von 18 bis 20 Monaten aus. Der Fertigstellungstermin ist Anfang 2021 anvisiert.“

Das bedeute aber nicht, dass es bis dahin keine Angebote für Kinder und Jugendliche im Stadtbezirk gebe, betonte der langjährige Jugendhausleiter Oliver Bechen in der letzten Sitzung des Wangener Bezirksbeirates. „Wir machen keine anderthalb Jahre Pause. Wir werden auch ohne eine feste Bleibe im Stadtbezirk präsent sein.“ So sollen die beliebten Großveranstaltungen wie der Kinderfasching, die Laternenwerkstatt und die Teenie-Aktionstage auch künftig stattfinden, kündigte er an. Angebote wie das Schülercafé, Hausaufgabenbetreuung, Kino- und Spielenachmittage werde es ebenfalls weiterhin geben. Nur eben an anderen Orten.

Die Übergangszeit bis zur Eröffnung des neuen Jugendhauses an der Eybacher Straße werde das B-10-Team mit dezentralen Angeboten gestalten – zum Beispiel im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde, in der Wilhelmsschule, der Flatowhalle, der Wangener Kelter, auf dem Fest- und Bolzplatz im Ort, im Bürgerhaus Hedelfingen und im Jugendhaus Obertürkheim. „Natürlich hätten wir auch einen Container als feste Anlaufstelle aufstellen können. Aber wir haben uns bewusst für dieses Konzept entschieden.“ Unterm Strich, so Bechen, könne man in der Interimsphase sogar etwas mehr Betreuungsstunden anbieten als vorher.

„Logistisch ist das natürlich eine Herausforderung“, räumte Bechen ein. Denn ein Großteil der Spielgeräte und Materialien wie Tischtennisplatte, Zelte und Bänke seien in der „Villa Jo“ in Obertürkheim zwischengelagert und müssten nun ständig hin und her transportiert werden. „Es wäre schön, wenn wir in Wangen dafür eine kleine Hütte aufstellen könnten, das würde unsere Arbeit sehr erleichtern“, warb Bechen um Unterstützung des Gremiums. Einen kleinen Zuschuss aus dem Etat des Bezirksbeirates erhofft sich der Jugendhausleiter auch für ein zweites Projekt: Gerne würde man etwa 100 Meter Bauzaun bunter gestalten. Zum Beispiel, indem bepflanzte Gummistiefel angebracht werden. „So etwas gibt es anderswo auch und ist dort gut angekommen.“

Entlang der Bundesstraße soll ein dreigeschossiges Gebäude entstehen, das neben Büro, Werkstatt und Gruppenräumen im oberen Bereich ein Jugendcafé mit Küche sowie ein Bewegungsraum im Erdgeschoss beherbergen wird. Vorgesehen sind auch eine großzügige Terrasse im ersten Obergeschoss, die den ansonsten kleinen Freibereich erweitert, sowie eine Freitreppe zwischen der Terrasse und dem Laubengang im zweiten Obergeschoss. Während sich der Neubau zur angrenzenden Bundesstraße abschottet, wird er sich in Richtung der Wohnbebauung öffnen. Der Entwurf stammt vom Neckartenzlinger Architektenbüro plus bauplanung GmbH, das 2015 als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen ist. Ein glücklicher Zufall: Dem Planerteam gehört auch Professor Peter Hübner an, der schon die Idee für das 1983 erbaute Jugendhaus geliefert hatte.

Zur Realisierung des Neubaus hatte der Stuttgarter Gemeinderat vor zwei Jahren 3,64 Millionen Euro bewilligt. Da die Kosten des Projekts inzwischen gestiegen sind, müssen die noch fehlenden Mittel im jetzt zur Beratung anstehenden Doppelhaushalt 2020/2021 eingeplant werden. Die endgültige Entscheidung darüber fällt das Gremium kurz vor Weihnachten. Über die konkrete Höhe des Mehrbedarfs hatten die Fraktionen von CDU, Grüne, SPD und SÖS-Linke-Plus bereits Ende Juni in einem gemeinsamen Antrag Informationen von der Verwaltung angefordert – bislang liegt noch keine Stellungnahme vor. Im Oktober vergangenen Jahres war von rund 70 000 Euro die Rede.

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